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Der flüchtige 31-Jährige, der am Sonntag (12.7.20) in Oppenau (Ortenaukreis) vier Polizisten entwaffnet hatte und danach in den Wald geflohen ist, wurde am Freitagabend festgenommen. Ein Rückblick auf die Ereignisse.

Das war der Samstag in Oppenau

Wie die Zeugen Yves R. entdeckten

18:07 Uhr

Den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort des 31-Jährige, der vier Polizisten die Pistolen abgenommen haben soll, gaben Zeugen. Er sei wie ein Wanderer am Waldrand entlang gelaufen. Nach der tagelangen und nervenaufreibenden Fahndung rund um Oppenau, sind die Bewohner am Tag nach der Festnahme erleichtert.

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Polizeigewerkschafter Kusterer lobt Einsatzkräfte

13:40 Uhr

Der baden-württembergische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Ralf Kusterer lobte die Einsatzkräfte der Polizei. Sie seien nach einem kräftezehrenden Einsatz mit der Festnahme des flüchtigen Gewalttäters belohnt worden, so Kusterer. Außerdem bemängelte er, dass die Bereitschaftspolizei nicht über genügend Ausrüstung für einen solchen Einsatz verfüge.

Gesuchter behauptet, Schreckschusswaffe verwendet zu haben

12:56 Uhr

Die ersten Ermittlungsergebnisse ließen darauf schließen, dass sich der Gesuchte während der vergangenen Tage tatsächlich durchweg im Waldgebiet rund um Oppenau (Ortenaukreis) aufgehalten habe. Das teilte das Polizeipräsidium Offenburg mit. Unterstützung von anderen Menschen soll er in dieser Zeit nicht erhalten haben. In seinen umfassenden Angaben gegenüber der Kriminalpolizei äußerte er zudem, dass es sich bei der Schusswaffe, mit der er die Beamten bedrohte, um eine Schreckschusswaffe gehandelt haben soll. Diese Angaben können laut Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht widerlegt werden. Die Untersuchungen hierzu dauern derzeit noch an.

Haftbefehl gegen 31-Jährigen ist erlassen

12:44 Uhr

Polizei und Presse warten vor dem Amtsgericht Offenburg (Ortenaukreis). (Foto: SWR)
Vor dem Amtsgericht Offenburg

Der 31-Jährige wurde dem Ermittlungsrichter im Amtsgericht in Offenburg (Ortenaukreis) vorgeführt. Das bestätigte Kai Stoffregen von der Staatsanwaltschaft Offenburg dem SWR. Der Ermittlungsrichter habe einen Haftbefehl erlassen. Es geht um den Vorwurf der schweren räuberischen Erpressung in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe. Nach der Vorführung wurde der 31-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Strobl: "Zugriff aus dem Bilderbuch"

8:45 Uhr

Innenminister Thomas Strobl (CDU) meldete sich nun nach der Festnahme mit großem Dank und Respekt für die Arbeit der Ortenauer Polizei zu Wort. "Es war ein erstklassiger Zugriff aus dem Bilderbuch", schrieb er in einer Mitteilung, die dem SWR vorliegt. Ihm falle ein Schwarzwald-Felsbrocken vom Herzen. Vor allem für die Menschen rund um Oppenau ende die Zeit der Ungewissheit. Die Polizisten seien unter teilweise schwersten Bedignungen unermüdlich im Einsatz gewesen. "Nicht zuletzt war es dieser Fahndungsdruck, der zum Erfolg und somit zur Festnahme des bewaffneten Flüchtigen führte", erklärte Strobl.

Noch immer hohe Polizeipräsenz

8:37 Uhr

In Oppenau (Ortenaukreis) laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Am Morgen nach der Festnahme des 31-Jährigen sind die genauen Umstände dabei zu klären. Laut Einsatzleiter war zunächst unklar, ob sich der Gesuchte gewehrt hatte oder nicht. Denn der 31-Jährige und ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos hatten leichte Verletzungen erlitten. Deshalb sind noch immer viele Polizisten vor Ort. Die Beamten seien derzeit noch mit Ermittlungsaufträgen rund um Oppenau unterwegs, sagte ein Polizeisprecher.

Gesuchter wird am Vormittag Ermittlungsrichter vorgeführt

7:01 Uhr

Der tagelang gesuchte 31-Jährige aus Oppenau (Ortenaukreis) solle am späten Vormittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, so die Staatsanwaltschaft. Dieser werde ihm den Haftbefehl eröffnen. Yves R. wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Noch ist nicht bekannt, ob sich der Mann bereits zu den Motiven seiner Flucht mit vier erbeuteten Polizeidienstwaffen geäußert hat.

Samstag, 18. Juli 2020

Das war der Freitag in Oppenau

Rückblick: Sechstägige Fahndung bei Oppenau endet mit Festnahme

21:15 Uhr

Seit vergangenen Sonntag lief die Fahndung nach dem bewaffneten 31-Jährigen rund um Oppenau. Am Freitag konnte die Polizei den Gesuchten dann festnehmen. Mehrere Hubschrauber kreisten tagelang über den Köpfen der Anwohner und am Boden waren dutzende Beamte im Einsatz.

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Bürgermeister zeigt sich erleichtert

20:35 Uhr

Der Bürgermeister von Oppenau, Uwe Gaiser, gab sich nach der Festnahme des gesuchten 31-Jährigen gelöst: "Ich bin erleichtert, froh und dankbar, dass diese Ausnahmesituation für unsere Stadt beendet wurde", sagte Gaiser am Freitagabend.

So geht es nach der Festnahme weiter

20:28 Uhr

Der gesuchte 31-Jährige aus Oppenau soll von einem Psychiater begutachtet werden. Dies sei aufgrund des "Schwergewichts der Tat" und der Vorgeschichte des Mannes nötig, sagte Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer am Freitag. Zudem werde bei ihm eine Blutprobe entnommen, um zu prüfen, ob der Mann "Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel" eingenommen hatte. Der bestehende Haftbefehl solle dem Mann am Samstag eröffnet werden.

So verlief die Festnahme

20:14 Uhr

Laut Polizei haben zwei Zeugen den Flüchtigen in der Nähe einer Gaststätte gesehen. Hinzugerufene Beamte haben die Spur mit Hilfe von Spürhunden verfolgt und den 31-jährigen Yves R. einige Meter entfernt in einem Gebüsch sitzend gefunden. Dabei hatte er fünf Waffen - die vier entwendeten Schusswaffen der Polizei und sowie eine weitere Pistole -, eine Axt und ein Schriftstück. Die Polizei vermutet darin eine Art Abschiedsbrief. Im Zuge der Festnahme wurden ein Beamter und R. leicht verletzt. Laut Polizeiangaben wurde R. um 17:15 Uhr festgenommen. Weitere Details werden noch von der Polizei ermittelt.

Die Gaststätte "Zum Bierhäusle" in Oppenau  (Foto: SWR)
In der Nähe dieser Gaststätte in Oppenau konnte die Polizei den flüchtigen Yves R. am Freitagabend um 17:15 Uhr festnehmen.

Flüchtiger in Oppenau festgenommen

18:07 Uhr

Nach der mehrere Tage andauernden Fahndung nach dem in den Wäldern um Oppenau abgetauchten Yves R. gelang der Polizei die vorläufige Festnahme des 31-Jährigen, das gab das Polizeipräsidium Offenburg am Freitagabend auf seiner Homepage bekannt. In diesem Zusammenhang wurden fünf Schusswaffen sichergestellt.

Polizei stuft Flüchtigen als weniger gefährlich ein

15:41 Uhr

Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass sich der Gesuchte in der Umgebung aufhält; entweder im Wald oder in der Nähe. Allerdings schätzen die Ermittler ihn mittlerweile anders ein. "Die Gefährlichkeit der Person kann ich nicht mehr so vertreten", sagte Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter. Diese veränderte Einschätzung habe sich nach Gesprächen mit Freunden und der Familie des Flüchtigen ergeben. Nachdem der Mann am Sonntag mehrere Polizisten entwaffnet hatte, hieß es seitens der Beamten, dass davon auszugehen sei, dass von ihm eine "große Gefahr" ausginge und sich möglicherweise in einer "psychischen Ausnahmesituation" befinde. Seit vergangenen Sonntag wurden 300 Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet. Die Einsatzkräfte haben unter anderem Waldhütten und Erdhöhlen durchsucht.

Polizei bittet Flüchtigen um Kontaktaufnahme

15:35 Uhr

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hat an den flüchtigen 31-Jährigen von Oppenau appelliert, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Das könne auch über Freunde oder die Familie geschehen, sagte er am Freitag in Oppenau. "Das ist ein Weg, gesund für alle herauszukommen." Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass sich der Mann, der am Sonntag vier Polizeipistolen geraubt hatte, im Wald bei Oppenau (Ortenaukreis) aufhält. Da der Ort nicht abgeriegelt oder umstellt sei, könne der Mann problemlos zu Kontaktpersonen gelangen.

Polizei informiert am Freitagnachmittag live

15:00

Die Stadt Oppenau und die Polizei haben in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert. Wir haben hier im Livestream übertragen.

Bewaffneter Mann weiter auf der Flucht

7:16 Uhr

Die Polizei in Baden-Württemberg sucht weiter mit einem Großaufgebot nach dem bewaffneten 31-Jährigen. Auch nach fünftägiger Suche fehle von dem Mann jede Spur, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen.

Freitag, 17. Juli 2020

Das war der Donnerstag in Oppenau

Gesuchter wurde als Jugendlicher wegen Volksverhetzung verurteilt

17:34 Uhr

Der gesuchte 31-Jährige ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Er habe im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks durch Entfernen und Hinzufügen von Buchstaben so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt, teilte die Staatsanwaltschaft Offenburg mit. Außerdem sei während des Aufenthalts in dem Jugendwerk eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindlichen Äußerungen. Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase ohne weitere Vorkommnisse erlassen.

Hinweise aus Bevölkerung: Suche auch in Dornstetten

16:53 Uhr

Die Polizei hat auch in Dornstetten-Hallwangen (Kreis Freudenstadt) nach dem 31-jährigen Yves R. aus Oppenau gesucht. Die Beamten waren einem Hinweis aus der Bevölkerung nachgegangen.

31-Jähriger aus Oppenau noch immer auf der Flucht Suchaktion auch in Dornstetten

Die Polizei hat am Donnerstag auch in Dornstetten-Hallwangen (Kreis Freudenstadt) nach dem 31-Jährigen aus Oppenau gesucht. Die Beamten waren einem Hinweis aus der Bevölkerung nachgegangen.  mehr...

SWR4 BW aus dem Studio Tübingen SWR4 BW aus dem Studio Tübingen

Polizei zieht Psychologen und Survival-Trainer zurate

14:12 Uhr

Die Polizei setzt bei ihrer Suche auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Insbesondere die Psychologen sollen sich in den 31-Jährigen hineinversetzen, um Anhaltspunkte zu seinem Verbleib zu bekommen, wie Polizeisprecher Yannik Hilger sagte.

Falsches "Manifest" hat keine Bedeutung für Polizei

12:57 Uhr

Ein gefundenes "Manifest", das zwischenzeitlich dem flüchtigen 31-Jährigen zugeschrieben wurde, spielt für die Polizei keine Rolle bei den Ermittlungen. Das sogenannte Waldläufer-Manifest stammt Recherchen des SWR zufolge nicht vom gesuchten Mann. Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen soll es 2005 verfasst haben. Er und ein Bekannter, der das Schreiben gesehen haben will, hatten die Version bestätigt. Zuvor hatten mehrere Medien über das angebliche Manifest des Mannes berichtet. Auch die Polizei hatte schnell Zweifel an der Echtheit geäußert und sich am Donnerstag festgelegt, dass es für die Suche "ohne Bedeutung" sei, wie ein Sprecher sagte.

Polizei durchsucht Höhlen und Bunkeranlagen

10:59 Uhr

Nach dem Eingang von über 270 Hinweisen zu möglichen Aufenthaltsorten des bewaffneten Gesuchten aus Oppenau haben Beamte Höhlen, alte Bunkeranlagen und verlassene Gebäude durchsucht. Bislang blieb die Suche allerdings erfolglos, wie die Polizei mitteilte. Im Hintergrund werde weiter intensiv ermittelt, teilte die Polizei mit. Außerdem seien viele Beamte rund um den Ort im Ortenaukreis unterwegs. Immer wieder bekomme die Polizei weitere Anrufe und Mitteilungen aus der Bevölkerung. In einer Behörde im benachbarten Offenburg kontrollierte die Polizei am Morgen zudem einen Mann, der dem Gesuchten geähnelt haben soll - auch ohne Ergebnis.

Die polizeilichen Maßnahmen rund um die Lage in Oppenau dauern derzeit nach wie vor an. Mittlerweile gingen die Ermittler über 270 Hinweisen über potentielle Unterschlüpfe oder Sichtungen des Tatverdächtigen nach. ➡️ Pressemeldungen: https://t.co/82IiAb7EfW https://t.co/MtoE7kQD9Z

Weniger Polizisten vor Ort - Hubschrauber weiter in der Luft

9:35 Uhr

An der Sammelstelle der Polizei in Oppenau sind heute deutlich weniger Polizisten zu sehen als in den letzten Tage. Das berichtet ein SWR-Reporter vor Ort. Der Helikopter, der zur Suche des Flüchtigen eingesetzt wird, sei aber weiterhin in der Luft.

Ein Helikopter landet auf einem Sportplatz in Oppenau (Foto: SWR, Carl Robert Wolf)
Die Suche nach dem Flüchtigen in Oppenau verläuft laut Polizei nun vor allem im Hintergrund - der Such-Helikopter ist aber weiterhin im Einsatz. Carl Robert Wolf

Beim Entladen eines Polizeiwagens löst sich ein Schuss

6:33 Uhr

Der Schuss, der gestern am späten Abend in Oppenau gefallen ist, löste sich nach SWR-Informationen beim Entladen eines Mannschaftswagens aus der Waffe eines aussteigenden Polizisten. Nach kurzer Hektik klärten die Beamten die Umstehenden über die Ursache auf. Verletzt wurde niemand. Die Suche nach dem Flüchtigen wird indes fortgesetzt. Viele Maßnahmen werden nun aber im Hintergrund ablaufen, so die Polizei.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Das war der Mittwoch in Oppenau

Versehentlich fällt Schuss - wohl niemand verletzt

23:22 Uhr

Am späten Abend ist offenbar am Sammelplatz der Polizei in Oppenau (Ortenaukreis) ein Schuss gefallen. Wie ein SWR-Reporter vor Ort berichtet, sei dies wohl ein Versehen eines Beamten gewesen. Verletzt wurde anscheinend niemand.

Ausnahmezustand wird immer mehr zur Belastung

20:14 Uhr

Noch immer wird in und um Oppenau (Ortenaukreis) nach einem 31-Jährigen gefahndet. Völlig unklar, wann er in den dichten Wäldern gefunden wird - zumal er sich dort bestens auskennt und schon zuvor im Wald gelebt hat. Das stellt den Touristenort zunehmend vor Probleme.

Darum ändert die Polizei in Oppenau ihre Taktik

18:43 Uhr

Der 31-Jährige, der am Sonntagmorgen in Oppenau (Ortenaukreis) im Schwarzwald vier Polizisten bedroht und entwaffnet hat, ist weiterhin flüchtig. Die Polizei ändert nun ihre Taktik - viele Maßnahmen würden jetzt im Hintergrund ablaufen.

Streifenwagen und Helikopter rücken aus

17:15 Uhr

Rund die Hälfte der Polizei-Mannschaftswagen in Oppenau ist vor einigen Minuten ausgerückt. Auch ein Helikopter ist abgehoben. Mit welchem Ziel ist noch unklar - auch, ob es sich erneut um einen Fehlalarm handeln könnte. Bisher gibt es dazu noch keine Informationen der Polizei. Ein Sprecher teilte lediglich mit, man habe einen weiteren Suchabschnitt ohne Ergebnis beendet.

Polizeiwagen in Oppenau (Foto: SWR)
Viele der Polizeiwagen sind von Oppenau aus ausgerückt.

Touristen nach Ereignissen verunsichert

17:01 Uhr

Der Vorfall in Oppenau (Ortenaukreis) hat für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt. Dies wirke sich nicht unbedingt positiv auf die Stadt aus, so Bürgermeister Uwe Gaiser. Er zeigte sich besorgt, denn der Tourismus sei ein wichtiges Standbein für Oppenau. "Im Moment bleiben die Tagestouristen aus", so Gaiser im SWR. Gunia Wassmer, Geschäftsführerin der Renchtal Tourismus, erklärte auf SWR Anfrage, dass Schwarzwald-Touristen in den letzten Tagen seit dem Vorfall vermehrt anrufen und sich nach der Lage erkundigen. Von Stornierungen habe sie allerdings nichts gehört.

Angebliches Manifest nicht von Flüchtigem

16:19 Uhr

Nach SWR-Recherchen stammt das angebliche Manifest, das in Oppenau (Ortenaukreis) gefunden wurde, nicht von dem seit Sonntag Flüchtigen. Vielmehr ist es 2005 von einem Mann in Nordrhein-Westfalen geschrieben worden, der damals mit zwei Freunden eine Waldläufer-Gruppe gegründet hatte und heute mit seiner Familie bei Moers in Nordrhein-Westfalen lebt. Dem SWR sagte der Mann: "Der Text ist von mir!". Ein weiterer Mann aus der damaligen Gruppe bestätigt dem SWR diese Darstellung. Nach Einschätzung des ARD Terrorismusexperten Holger Schmidt hat das Papier keine Ähnlichkeit mit dem Pamphlet eines US-Terroristen, wie es in mehreren Medien behauptet wurde.

Polizei Freiburg warnt vor Fake News

15:45 Uhr

Über ihren Twitter-Account stellte die Polizei Freiburg am Nachmittag klar, dass der flüchtige Tatverdächtige aus Oppenau derzeit nicht im Bereich "Landwassereck" in Waldkirch (Kreis Emmendingen) gesucht wird. Demnach befinden sich dort auch keine zusätzlichen Polizeikräfte.

Weiter keine heiße Spur - Polizei verstärkt Maßnahmen im Hintergrund

14:33 Uhr

Es gibt weiter keine Spur von dem Mann, der mit vier geraubten Polizeipistolen im Schwarzwald auf der Flucht ist. Die Polizei habe ihre Maßnahmen im Hintergrund verstärkt, sagte Sprecher Yannik Hilger am Nachmittag. Deshalb seien weniger Beamte zu sehen. In Oppenau (Ortenaukreis) seien zudem Präventionsteams unterwegs, um die Menschen zu beraten. Dies werde von der Bevölkerung gut angenommen hieß es.

 Oppenau: Polizeifahrzeuge stehen auf einer Grünfläche bei Oppenau. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Benedikt Spether/dpa)
Noch immer ist die Polizei mit einem Großaufgebot rund um Oppenau (Ortenaukreis) unterwegs, um den seit Sonntag Flüchtigen zu finden. picture alliance/Benedikt Spether/dpa

Polizei prüft mögliches Manifest des Flüchtigen

12:22 Uhr

Die Polizei untersucht ein mögliches Manifest des Mannes, der seit Sonntag mit vier geraubten Polizeipistolen im Schwarzwald auf der Flucht ist. Es sei aber nicht gesichert, dass der Text tatsächlich von dem 31-Jährigen stamme, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es sei keine politische Richtung daraus abzuleiten, vielmehr handele es sich um einen Hinweis unter vielen. Der Text bestätige in erster Linie die Affinität des Mannes zum Wald. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über das Manifest berichtet, in dem es um Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald geht. Medienberichten zufolge war der Text in einem Lokal hinterlegt.

Polizei: "Aufenthalt im Freien auf das Nötigste beschränken"

12:15 Uhr

Die Polizei Offenburg betreibt eine Infostelle für Bürger. "Die Leute können uns ansprechen, Infos abholen, Tipps abholen - das ist unsere Aufgabe hier", so Hans-Peter Huber, einer der beiden Beauftragten. Laut dem Beamten erkundigen sich die meisten Bürger nach dem Aufenthalt im Freien und insbesondere im Wald. Vom Joggen im Wald rät Huber derzeit ab und empfiehlt, den Aufenthalt im Freien auf das Nötigste zu beschränken.

Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung

10:20 Uhr

Bei der Suche nach dem bewaffneten 31-Jährigen in Oppenau bittet die Polizei Offenburg die Bevölkerung um Mithilfe. Dafür wurde ein Hinweistelefon eingerichtet, welches unter den Telefonnummern: 0781/21-3333 und 0781/21-3334 erreichbar ist. Es werden Hinweise über den Tatverdächtigen oder Aussagen zu verdächtigen Beobachtungen entgegengenommen.

Fahndung nach bewaffnetem Mann weiterhin ohne Erfolg

6:23 Uhr

In Oppenau und den angrenzenden Waldgebieten geht die Suche nach dem 31-jährigen Flüchtigen weiter. Der Mann hatte am Sonntag vier Polizisten entwaffnet und verschanzt sich vermutlich seitdem im Wald. Laut Auskunft der Polizei war die Nacht in Oppenau ruhig. SWR-Reporter vor Ort berichten, dass die Polizei vermehrt mit Streifenwagen unterwegs war. Die Polizei werde nach und nach ihre Suchstrategie ändern. Sie wolle verstärkt punktuell mögliche Verstecke durchsuchen und weiter Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen. Außerdem gibt es laut Polizei die Option, aus dem Helikopter oder Streifenwagen heraus Lautsprecherdurchsagen zu machen und damit den Mann zum Aufgeben zu überreden.

Verdächtige Flüchtige aus Oppenau in Tarnkleidung (Foto: Privat, Montage: SWR)
Der Mann ist laut SWR-Recherche im Ort bekannt. Ein Foto, das vor einer Woche in Oppenau privat gemacht wurde, soll den Mann in Tarnkleidung zeigen. Privat, Montage: SWR

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