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Alle Jahre wieder: Weihnachten vor der Tür und viele merken, dass sie es verschwitzt haben, noch rechtzeitig Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das mit den Last-Minute-Geschenken wird dieses Jahr aber schwer.

Rucksack, Seitentasche, Trinkflasche, Funkgerät, Helm, warme Kleidung – alles da. Seit 2002 radelt Philipp Gottwald als Kurier durch Freiburg, mittlerweile nur noch aus Freude am Radeln neben dem richtigen Job. Aber 100 Kilometer kommen in einer 7-Stunden-Schicht immer noch zusammen. Gottwalds Firma liefert hauptsächlich zwischen Businesskunden hin und her, zum Beispiel Arztpraxen. Aber seit dem Lockdown kommen auch viele Anfragen aus Einzelhandel.

Eine Spitze an Anfragen kennt auch Susanne Schmid. Die Buchhändlerin ist im Dauerstress. Das Telefon klingelt pausenlos, die Menschen wollen Bücher, Bücher, Bücher. Sie freut sich über das große Interesse, aber die Buchhandlung ruft nicht für jede Buchsendung Fahrradkuriere wie Philipp Gottwald, das wäre zu aufwendig. Im Lockdown haben die Mitarbeiter deswegen einen eigenen Lieferservice eingerichtet.

Auch Fahrrad-Kurierin Regina sorgt dafür, dass Pakete in der Stadt verteilt werden. Wie fühlt es sich grade an, Menschen zu beliefern? Alle seien eben vorsichtiger, aber der freundliche Blick über die Maske macht einiges wett. Und was sind erwartungsgemäß Last-Minute-Geschenke? Blumensträuße, sagt Regina, verschickte Aufmerksamkeit. Und Last-Minute-Geschenke per Zweirad werden dieses Jahr wieder bis zur letzten Minute ausgeliefert.

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