Tafelbild Ferien (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

Schulschließungen doch wieder in der Diskussion

Vierte Corona-Welle: Früher Ferien? Wenn, dann für alle!

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Marion Eiche
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Ulrike Liszkowski

Vorgezogene Ferien im Kampf gegen die vierte Corona-Welle? Nur, wenn auch alles andere heruntergefahren wird, so der Landeselternbeirat in BW.

Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen sind mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen, das hat das Bundesverfassungsgericht am heutigen Dienstag entschieden. Sollten die Schulen also wieder schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen? Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass Bundesländer mit hohen Inzidenzen die Schulferien vorziehen.

"Warum man singulär die Schulen schließen sollte, erschließt sich mir nicht."

Aus Sicht des Vorsitzenden des baden-württembergischen Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt aus Rottweil, machen vorgezogene Ferien nur dann Sinn, wenn das gesamte öffentliche Leben auch heruntergefahren würde. Reine Schulschließungen lehnt er ab. Der Effekt auf die vierte Corona-Welle sein unklar.

Schulschließungen belasten Schüler und Schülerinnen sowie Familien

Schulschließungen seien auch für die Eltern schwierig, da viele auf die Betreuung angewiesen seien, so Mittelstaedt. Sie seien sicherlich bereit, Opfer zu bringen, aber das müsse dann auch zum Erfolg führen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, es gelte, die Schulen trotz der Pandemie offen zu halten. Denn auch die psychischen Folgen eines Lockdowns sind für Heranwachsende enorm.

Der Landeselternbeirat Baden-Württemberg fordert:

"Entweder einen Lockdown für alle oder Schule wenigstens in ihrem kleinen Bereich so sicher wie irgend möglich machen."

Der Vorsitzende des Landeselternbeirats fordert, an den Schulen die Hygienebestimmungen konsequent einzuhalten: "Wirklich die Masken tragen, die Kontakte einschränken, die Gruppenbildung - wo möglich - aufrecht erhalten, die Testung engmaschig durchführen."

"Fakt ist, dass wir uns im Bereich Schule nicht noch mehr Unterrichtsausfälle leisten können. Das macht das ganze System so langsam ziemlich kaputt."

Für Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen oder mit Familienangehörigen aus vulnerablen Gruppen im eigenen Haushalt sollte aber die Präsenzpflicht entfallen, so Mittelstaedt.

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