Mali-Einsatz im September

Kommando-Wechsel bei Deutsch-Französischer Brigade in Müllheim

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Marion Eiche
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Markus Gutting

In Müllheim hat das Kommando der Deutsch-Französischen Brigade gewechselt. Kommandeur ist nun turnusgemäß nach zwei Jahren ein französischer General.

Rund 200 Soldatinnen und Soldaten haben an der Zeremonie in der Robert-Schuman-Kaserne in Müllheim (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) teilgenommen. Seit September 2019 hatte der deutsche Brigadegeneral Peter Mirow das Kommando inne. Das Kommando der Deutsch-Französischen Brigade wechselt in einem standardgemäßen Turnus von zwei Jahren. Nun hat Général de Brigade Jean Philippe Leroux die Leitung übernommen.

Teile der Brigade bereiten sich auf Auslandseinsatz in Mali vor

Unter dem neuen Kommando gehen auch etwa 240 Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillon 291, das im elsässischen Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg stationiert ist, im September zum Einsatz nach Mali. Dort waren vor Kurzem zwölf deutsche Blauhelm-Soldaten der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen (MINUSMA) bei einem Sprengstoff-Anschlag verletzt worden. Derzeit bereiten sich die Soldatinnen und Soldaten, die für das nächste Einsatzkontingent vorgesehen sind, in umfassenden Übungen intensiv auf ihren anstehenden Auslandseinsatz in Afrika vor.

Kommando-Wechsel bei Deutsch-Französischer Brigade in Müllheim (Foto: SWR)
Kommando-Wechsel bei Deutsch-Französischer Brigade in Müllheim

Freundschaft und Vertrauen als binationales Grundanliegen

Die binationale Deutsch-Französische Brigade, bestehend aus deutschen und französischen Truppen, wird als ein wichtiges Element der Reaktionsfähigkeit von EU und NATO gesehen. Sie beteiligt sich an NATO-Großübungen und ist als operativer Einsatzverband weltweit im Einsatz. Den Auftrag der Brigade regelt ein Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik. Die Entscheidung einen gemischten deutsch-französischen Militärverband zu gründen wurde 1987 bei einem Gipfeltreffen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des Französischen Staatspräsidenten François Mitterrand in Karlsruhe getroffen. Wichtiges Grundanliegen dabei war, die Freundschaft und das Vertrauen zwischen beiden Ländern auch auf militärischer Ebene zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Aufstellung der "Brigade Franco-Allemande" erfolgte 1989 in Böblingen, offiziell in Dienst gestellt ist sie seit 1990.

Deutsch-Französische Brigade: Großverband ohne Grenzen

Neben dem Jägerbataillon 291 aus Illkirch-Graffenstaden, das als einziger Kampfverband außerhalb Deutschlands stationiert ist, gehören das Jägerbataillon 292 in Donaueschingen und Stetten am kalten Markt zur Deutsch-Französischen Brigade. Weitere Truppenteile des binationalen Großverbands sind das Artilleriebataillon 295 in Stetten, das 1. Infanterieregiment in Sarrebourg und das 3. Husarenregiment in Metz. Der Kommandostab und das Deutsch-Französische Versorgungsbataillon haben ihren Sitz in Müllheim.

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