Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen (Foto: SWR, Klaus-Peter Karger)

Viele Kinder müssen behandelt werden

RS-Virus und Grippe: So ist die Lage in den Kinderkliniken in Südbaden

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Jan Lehmann
SWR Redakteur Jan Lehmann (Foto: SWR)

Auch in den Kinderkliniken in Südbaden wird es langsam eng: Viele Kinder mit Atemwegserkrankungen und Influenza werden eingewiesen. Noch ist die Lage aber im weitgehend im Griff.

In den südbadischen Kinderkliniken häufen sich die Fälle von Atemwegserkrankungen. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder, die mit dem RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus) infiziert sind, müssen behandelt werden. Dazu kommt die saisonale Grippewelle (Influenza), die dieses Jahr besonders früh dran ist. Anders als in anderen Regionen ist Lage in den Krankenhäusern in Südbaden bislang noch nicht dramatisch. Der Höhepunkt der Welle ist allerdings wohl noch nicht erreicht.

Kliniken beobachten täglichen Anstieg der Fälle

Im Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen wurden am Donnerstag 16 Kinder mit dem RS-Virus behandelt. Vor allem die Säuglingsstation ist derzeit stark belegt. "Wir beobachten einen täglichen Anstieg", so Kliniksprecherin Sandra Adams. Noch seien aber genügend Betten vorhanden.

Uniklinik-Oberarzt Roland Elling in SWR4 Südbaden über die aktuelle Infektionswelle bei Kindern:

Höhepunkt der Welle noch nicht erreicht

Im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Freiburger Uniklinik liegen derzeit 20 junge RS-Virus-Patienten, fünf von ihnen müssen intensiv behandelt werden. Eine hohe Belastung, zumal gerade viele Mitarbeitende selbst wegen Krankheit ausfallen. Der Höhepunkt der RSV- und Influenza-Wellen sei aber noch nicht erreicht.

Die Zahlen seien im Moment "im steilen Anstieg", berichtet Roland Elling, Funktionsoberarzt an der Uni-Kinderklinik. Er rechnet aber damit, dass sie in drei bis vier Wochen wieder heruntergehen. Sollte sich die Lage bis dahin weiter zuspitzen, könne man zur Not geplante Untersuchungen und Eingriffe vorübergehend verschieben, so Elling.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen."

In der Kinderklinik des Ortenau-Klinikums in Offenburg waren am Donnerstag die Hälfte aller Betten mit stark hustenden jungen Patienten belegt. Es seien praktisch kaum noch Betten mehr frei, sagt Kliniksprecher Christian Eggersglüß: "Wenn das so weitergeht, müssen wir Patienten in andere Kliniken verlegen". Einige mit RSV infizierte Kleinkinder müssten mit Sauerstoff versorgt werden.

Winterwelle bei Kinder-Infektionen "kein Grund zur Panik"

Im Lörracher St. Elisabethen-Krankenhaus wurden allein am Dienstag und Mittwoch sechs Kinder neu aufgenommen. Seit etwa vier Wochen beobachte man einen Anstieg, so Pflegedienstleiter Michael Meisterhans. "Wir spüren, dass die normale Winterwelle kommt." Das sei kein Grund zur Panik. RSV-Infektionen sollten jedoch besonders bei Säuglingen ärztlich untersucht werden, rät Meisterhans. Starker Husten könne bei kleinen Kindern unter Umständen zum Austrocknen und zu Essproblemen führen.

Nachholeffekte bei Atemwegserkrankungen?

Die üblichen Winterwellen bei den Infektionen waren in den vergangen zwei Jahren wegen der Corona-Pandemie praktisch ausgefallen. Als Grund vermuten Mediziner die Lockdowns sowie das konsquente Maske-Tragen während der Pandemie. Jetzt gebe es möglicherweise Nachholeffekte, vor allem bei Atemwegsinfekten.

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