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Stellen Sie sich vor: Ihr geliebtes Haustier verschwindet. Sie gehen vom Schlimmsten aus und nach mehreren Jahren taucht es wieder aus dem Nichts auf. So ein Erlebnis hatte Sahra Oesterle aus Niedereschach (Schwarzwald-Baar-Kreis).

Sie wohnt in der Nähe von Villingen-Schwenningen zusammen mit ihrer Katze. Zwölf Jahre lang ist alles gut und plötzlich ist Tigerkatze Minu weg. Ein paar Tage später wird eine Katze tot im Straßengraben gefunden. Sahra Oesterle ist sich sicher: das war Minu. Und jetzt dreieinhalb Jahre später: ein Wunder. Minu ist wieder da. Zum Glück hatte Sahra damals ihr Kätzchen beim Tierarzt chippen lassen und bei der Tierhilfe TASSO registriert, sonst wären die zwei vermutlich nie wieder zusammen gekommen.

"Und plötzlich war sie wieder da. Ja, Gottseidank. Ein kleines Wunder."

Sahra Oesterle, Katzenmama

Ein Wunder ist auch, dass Minu gesund und munter wieder aufgetaucht ist. Denn was sie seit Sommer 2017 getrieben hat, weiß niemand. Damals wohnten sie hier in Dauchingen bei Villingen-Schwenningen. Sahra war gerade dabei umzuziehen in die Schweiz, während sie dort noch die neue Wohnung renovierte, durfte Minu hier in der alten Heimat ihre Freiheit genießen und wurde von Freunden versorgt, aber: "Als ich sie dann holen wollte kam sie eben nicht mehr. Und dann hab ich noch ein bisschen gewartet, war zwei Tage dann da. Aber sie kam halt gar nicht."

Sahra startete eine große Suchaktion, ohne Erfolg. Minu blieb verschwunden. Zwölf Jahre alt war sie damals: "Dann bin ich wieder in die Schweiz. In Facebook habe ich eine Anzeige gesehen, dass eine Tigerkatze tot im Straßengraben lag und habe dann meinen Freund angerufen: Ohje, ist das meine, kannst du mal gucken? Und dann hab ich gedacht sie ist tot."

Der Katzenjammer war groß

Ein Jahr hat Sahra gebraucht um sich damit abzufinden. Sie zog wieder zurück in die Nähe ihrer alten Heimat, nur einen Ort weiter nach Niedereschach. Und plötzlich, eines schönen Tages bekam sie eine unglaubliche Nachricht: "Ihre Katze wurde gefunden." Im eisig kalten Januar hatte das Kätzchen versucht bei einer Familie unterzuschlüpfen, nur ein paar Kilometer von ihrem alten zuhause, aber die wollte Minu nicht so gerne behalten und suchte Hilfe beim Tierschutzverein.

Minu hinterlässt Eindrücke

Ein solches Happy End ist auch für den Verein etwas besonderes. "Das war ein ganz verschneiter, so ein richtiger Schwarzwaldnachmittag. Und da war die Katze die ganze Zeit um die Leute rum. Die haben Schnee geschippt und daraufhin haben wir gesagt, dann kommen wir und holen sie ab", erzählt Cornelia Gaigl vom Tierschutzverein Villingen-Schwenningen. Auch ihr Kollege Alexander Malik erinnert sich gut an Minu: "Das Fell war ein bisschen verfilzt. Daran hat man gesehen, dass sie schon unterwegs war. Sie war aber völlig unkompliziert, ist gleich in die Kiste rein. Sie hat auch sofort angefangen zu fressen, das machen die eigentlich überhaupt nicht unter Stress."

Ein kleines Wunder

Plötzlich wieder da. nach dreieinhalb Jahren! Dass Minu lebt, ist für Sahra erstmal schwer zu verkraften: "Ich hab mich echt gefühlt wie eine Rabenmutter, weil ich eine Nacht zum überlegen gebraucht habe, ob ich sie überhaupt wieder zu mir nehme. Aber als ich sie dann wieder daheim hatte und sie da war, dass war dann schon schön." Minu, hat sich kaum verändert. Nur raus will sie nicht mehr. Vielleicht weil sie inzwischen stolze 15 Jahre ist oder, weil sie genug von der weiten Welt gesehen hat? Sie schnurrt und schweigt.

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