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Ceres ist in der römischen Mythologie die Göttin des Ackerbaus. Nach ihr ist der Preis benannt, mit dem alljährlich die besten Landwirte ausgezeichnet werden. Einer der Kandidaten für 2021 kommt aus Obereschach.

Laptop statt Mistgabel

Blau gestreiftes Business-Hemd, Jeans und klassische Bootsschuhe – Johannes Klausmann ist so gar nicht der Typ, wie man sich einen Junglandwirt vorstellt. Das Gummistiefel -Klischee will der 28-Jährige aus Obereschach (Schwarzwald-Baar-Kreis) auch hinter sich lassen. "Von einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft kann kein Familienbetrieb leben", ist er überzeugt. Auf dem Tisch in der Küche stehen Laptop und Tablet. Das sind die Werkzeuge des Landwirts von heute.

„Ein Großteil der Arbeit findet nicht mehr im Stall, sondern am Schreibtisch statt."

Ziel war immer, den elterlichen Hof zu übernehmen

Klausmann hat nach dem Abitur Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft studiert - und zwar mit Masterabschluss. "Zahlen faszinieren mich halt einfach", lacht er. Landwirt ist er dennoch durch und durch. Ein anderer Beruf ist für ihn nie in Frage gekommen, immer schon wollte er den Betrieb seiner Eltern weiterführen.

Landwirtschaftlicher Hof muss vielseitig sein

Der elterliche Hof ist ein Vollerwerbsbetrieb: Legehennen-Haltung, Weihnachtsbaumverkauf und Schnittblumen. Im Hofladen gibt es neben eigenen Produkten auch Spezialitäten aus der Region -  an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr, in Selbstbedienung und mit Zahlung auf Vertrauensbasis. "Das klappt ganz gut", sagt Klausmann. Ein Hof als Unternehmen müsse heutzutage vielseitig sein.

Junglandwirt Johannes Klausmann vor seinem Hofladen. Selbstvermarktung ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg. (Foto: SWR, Hardy Faißt)
Johannes Klausmann vor seinem Hofladen: Der Junglandwirt setzt auf Selbstvermarktung.. Hardy Faißt

Innovativ: App für Legehennen-Betrieb entwickelt

Vielseitig muss auch er als Landwirt sein. Johannes Klausmann ist zusätzlich noch für eine Unternehmensberatung in Stuttgart tätig und er hat eine eigene App speziell für Legehennen-Betriebe entwickelt: Damit können die Daten im Stall mit dem Smartphone erfasst werden. Bislang war dafür immer noch Stift und Papier nötig.

Nominierung in der Kategorie "Management"

Die Fachzeitschrift "agrar heute" hat den umtriebigen und engagierten 28-Jährigen nun für den CeresAward - sowas wie der Bambi der Branche - im Bereich Management nominiert. Damit ist der Agrarwirt schon jetzt einer der drei Besten in diesem Fach und einer der 30 besten Landwirte im deutschsprachigen Raum überhaupt.

Aktuell werden die für den Ceres-Preis nominierten Landwirtinnen und Landwirte von einer Jury auf ihren Höfen besucht. Die Preisverleihung findet im November in Berlin statt. Dann wird sich zeigen, ob es Johannes Klausmann zum "Landwirt des Jahres" geschafft hat.

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