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Ein 58-Jähriger, der im Januar eine Jobcenter-Mitarbeiterin mit einem Messer angegriffen hat, wurde vom Landgericht Rottweil am Dienstag wegen einer möglichen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Er soll unbefristet in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden.

Im Januar war der Messerstecher auf eine damals 50 Jahre alte Mitarbeiterin des Jobcenters Rottweil losgegangen und hatte sie mit drei Messerstichen schwer verletzt. Ein Richter hatte daraufhin Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung gegen den 58-jährigen Mann aus Rottweil erlassen. Am Dienstag hat das Landgericht stattdessen die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Außerdem muss der 58-Jährige 50.000 Euro an sein Opfer zahlen. Der Mann leidet nach Angaben des Gerichts an einer schweren Geisteskrankheit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass seine Einsichtsfähigkeit betroffen sei.

Täter kündigte Tat auf Twitter an

Der Mann war vor der Attacke polizeilich noch nicht bekannt, hatte aber seine Absicht tags zuvor auf Twitter angekündigt. Vor der Tat hatte er auf Twitter geschrieben, man möge sich um seine Unterkunft in Rottweil kümmern, er hoffe, er könne sein Zimmer behalten. Nach der Tat hatte er getwittert: "Drei Stiche warte auf Polizei". Bei deren Eintreffen hatte er sich widerstandslos festnehmen lassen. Der Account des Mannes wurde daraufhin gesperrt.

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