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Wie weit können sich Coronaviren in der Luft verbreiten? Mit anschaulichen Tests hat der Freiburger Musikmediziner Bernhard Richter mit Bamberger Musikern diese Frage untersucht.

Die Infektionsgefahr beim Singen und Musizieren ist möglicherweise nicht so groß, wie bisher befürchtet. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Musikmedizinern aus Freiburg. Sie hatten mit dem Bamberger Symphonieorchester untersucht, wie weit sich Coronaviren in der Luft verbreiten können.

Unstrittig sind hohe Infektionszahlen bei Chören

Der Musikmediziner Bernhard Richter sagt, es gebe keine wissenschaftlichen Belege, dass sich durch Singen die Viren mehr verbreiten, als durch normales Sprechen. Dass es bei Chören überall auf der Welt zu großen Infektionszahlen gekommen ist, sei unstrittig: "Das Chorsingen kann ein wichtiger Faktor sein. Aber dort fand auch ein Pausen-Snack statt, die Abstände wurden in keiner Weise eingehalten, die Proben-Dauer war lang", führt Richter aus.

Ein Frauenchor steht bei einem Auftritt singend auf der Bühne.  (Foto: SWR)
Beim Singen im Chor ist es schwer, den Mindestabstand einzuhalten.

Wie weit bewegen sich Luftströme und mögliche Viren beim Singen

Mit dem Bamberger Symphonieorchester haben die Freiburger Musikmediziner Messungen gemacht. Ziel war zu untersuchen, wie weit sich die Luftströme und damit auch mögliche Viren beim Singen oder Musizieren bewegen: "Dann konnte man auch messen, dass in zwei Metern Abstand keine Bewegung mehr da ist, sodass dieser Abstand als Sicherheitsabstand sicherlich geeignet ist, um jetzt wieder zu starten."

Bild einer Seite der Riskioeinschätzung für Musikinstrumente, die die Freiburger Musikmediziner erstellt haben. (Foto: SWR)
Auf 30 Seiten haben die Freiburger Musikmediziner eine Risikoeinschätzung für alle Musikinstrumente erstellt.

Risikoeinschätzung für alle Musikinstrumente

Auf 30 Seiten haben die Freiburger Musikmediziner eine Risikoeinschätzung für alle Musikinstrumente erstellt. Eines aber sei klar: Musizieren wie vor Corona, das gehe im Moment noch nicht – aber es gebe Alternativen: "Im Sommerhalbjahr draußen singen. Und wenn das nicht möglich ist: Masken tragen und Abstand halten", rät der Musikmediziner Richter. Denn Singen durch die Maske klinge fast genauso gut, wie ohne.

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