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Mit einem Gottesdienst in der Synagoge in Freiburg hat die israelitische Gemeinde am Donnerstagabend das jüdische Purim-Fest gefeiert. Es erinnert daran, wie der erste Genozid an Juden im Persischen Reich verhindert wurde.

Das traditionelle Purim-Fest beging die jüdische Gemeinde Freiburg am Abend auf Hebräisch mit der Lesung der Ester-Rolle aus der Hebräischen Bibel in einem Gottesdienst. Die Jüdin und spätere persische Königin Ester bewahrte ihr Volk einst vor der Vernichtung. Aus Freude darüber ist Purim ein lautstarkes und mit Verkleidungen wie zu Karneval ein ausgelassenes Fest. Dazu gehören traditionelle Klezmer Musik ebenso wie gemeinsames Essen und Trinken - diesmal coronabedingt unter freiem Himmel.

Hintergrund und Bedeutung des Begriffs "Purim"

Der Begriff Purim leitet sich von dem hebräischen Wort "pur" (Plural Purim) ab, was soviel wie "Los" bedeutet ("ein Los ziehen"), aufgrund der Lose, die Haman - Minister des Königs Achaschwerosch von Persien - ziehen ließ, um den Vernichtungstag der Juden zu bestimmen. Dieses Vorhaben wurde durch Königin Ester sowie deren Onkel Mordechai verhindert. Haman und seine Familie wurden hingerichtet. Die Tage der Verzweiflung wurden zu Festtagen, an denen einer dem anderen Geschenke machte und den Armen Gaben schickte. Zu Purim wird der Befreiung der persischen Juden im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (Christi Geburt) gedacht.

Herkunft des traditionellen jüdischen Purim-Festes

Purim hat seinen Ursprung im Buch Ester, der fünften Schriftrolle der hebräischen Bibel. In diesem Buch wird die Rettung der Juden in der persischen Zeit unter König Achaschwerosch erzählt. Der König erwählte, nachdem seine eigentliche Auserwählte ihn verlassen hatte, eine neue Königin: die Jüdin Ester. Sie war von einem Juden namens Mordechai großgezogen worden, nachdem ihre Eltern gestorben waren. Zu dieser Zeit deckte Mordechai eine Verschwörung gegen den König auf. Seine Nichte Ester machte die heimtückischen Pläne des Verschwörers Haman bei einem Gastmahl für beide öffentlich und verhinderte so die Ausrottung der Juden.

Ablauf des Purim-Festes ähnelt dem christlichen Fasching

Das Purim-Fest, welches im sechsten Monat des jüdischen Kalenderjahres gefeiert wird und dem christlichen Fasching ähnelt, ist eine Insel der Lebensfreude und des Humors. An diesem Tag werden Kostüme, die ausdrücklich erwünscht sind, getragen und Umzüge veranstaltet. Am Tag zuvor geht man in die Synagoge und die Gemeinde liest das Buch Ester, wobei immer bei dem Wort "Haman" mit Rasseln geklappert oder mit den Füßen gestampft wird. Vor diesem Ereignis wird in den meisten Familien gefastet, aber nach dem Besuch in der Synagoge isst man mit der Familie und der Gemeinde, tauscht Geschenke aus und besucht die festlichen Umzüge.

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