Erntehelfer bei der Spargelernte in der Nähe von Freiburg im Breisgau (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)

Niedrige Impfquoten in Herkunftsländern

Vor Start der Spargelernte: Betriebe planen Impfangebote für Erntehelfer

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Christine Veenstra

Bald kommen die ersten Helfer für die Spargelernte nach Südbaden. Viele von ihnen sind vermutlich nicht geimpft. Eine Herausforderung für Betriebe.

Ende März kommt der erste Schwung an Erntehelfern und -helferinnen in die Region. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeer-Anbauer (VSSE) geht davon aus, dass viele von ihnen nicht geimpft sind. Die Impfquoten in den Herkunftsländern in Osteuropa seien offensichtlich eher niedrig, so Verbands-Geschäftsführer Simon Schumacher.

"Die Impfquote in Rumänien liegt bei 41,5 Prozent, in Polen bei etwas über 50 Prozent. Wir haben mit unseren Erntehelferinnen und Erntehelfern Auseinandersetzungen darüber, wie sie hier gut und sicher arbeiten können."

Aufwand für Betriebe mit ungeimpften Saisonkräften groß

In Deutschland gelte schließlich die 3G-Regel am Arbeitsplatz, sagt Schumacher. Viele Erntehelfer müssten in Südbaden also täglich getestet werden, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Der Aufwand für die Betriebe wäre groß. Darum hofft der Verband, dass sich viele Hilfskräfte, die sich in ihren Heimatländern bisher nicht haben impfen lassen, dies in Deutschland nun doch noch tun.

Impfangebote für Erntehelfer werden vor Ort geplant

Um entsprechende Impfangebote vor Ort bemüht sich bereits das bundesweite Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände. Einerseits werden Betriebe zum voraussichtlichen Bedarf befragt - allein in Baden-Württemberg rund 2.500. Andererseits laufen Anfragen bei stationären Impfzentren, ob sie die Impfungen der Saisonkräfte stemmen könnten. Dabei geht es vor allem um Impfstoff, der ausreichend vorhanden sein müsste.

Netzwerk setzt Hoffnungen auf Impfstoff Novavax

Insbesondere setze man Hoffnungen auf den neuen Impfstoff Novavax und auf den Impfstoff von Johnson&Johnson, sagt Frank Saalfeld vom bundesweiten Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände: "In Rumänien sind die MRNA-Impfstoffe eher verrufen. Wir versuchen unsere Saisonarbeitskräfte - wenn es geht - mit Johnson &Johnson zu impfen. Die Bereitschaft, sich mit Novavax impfen zu lassen, wäre sicher größer."

Für Erntehelferinnen und -helfer sollen keine Kosten anfallen

Sollten Impfungen in den Impfzentren nicht möglich sein, will das Netzwerk mit karitativen Organisationen zusammen arbeiten. Klar ist, dass für die Erntehelferinnen und Erntehelfer keine Kosten anfallen würden. Die südbadischen Anbauer werden trotzdem Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn sie das tägliche Testen vermeiden möchten. Wenn die Vorarbeiter für die Impfungen gewonnen werden könnten, dann könnten die ihre Teams motivieren, hofft Simon Schumacher vom VSSE.

Impfpflicht für Erntehelfer sehen Betriebe kritisch-besorgt

Eine Impfung zur Voraussetzung für den Einsatz als Erntehelfer oder Erntehelferin zu machen, das sehen die Betriebe indes eher kritisch. In einer Befragung hätten viele die Sorge geäußert, dass dann zu wenige Arbeitskräfte kämen, so Simon Schumacher.

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Christine Veenstra