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Kaputte Kleidungsstücke, Hausmüll und Bauschutt - immer mehr Freiburger Altkleider-Container sind damit überfüllt. Besonders ärgerlich dabei: Die Gegenstände müssen nicht nur aussortiert, sondern auch kostenpflichtig entsorgt werden.

Aufgrund der Folgen missbräuchlich genutzter Altkleider-Container und begrenzter Lager-Kapazitäten bitten etwa die Malteser der Erzdiözese Freiburg aussortierte Kleidung bis auf weiteres zuhause zu lagern und zu einem späteren Zeitpunkt abzugeben. So wie ihnen geht es auch anderen, die Altkleider sammeln, wie zum Beispiel der Stadt Freiburg selbst.

30 Prozent des Inhalts gehören "nicht" in Altkleider-Container

Pro Monat sammelt die Stadt Freiburg in allen Altkleider-Containern 100 Tonnen Kleider, Schuhe - und inzwischen leider vermehrt auch Müll. Bis zu 30 Prozent beträgt der Anteil an Dingen, die nicht in die Container gehören, schätzt man bei der Stadt Freiburg. Eine traurige Bilanz, so Joachim Speier von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH: "Alles von Babywindeln über Speisereste und normalen Hausrat allgemein, Hundetüten, alles, einfach alles."

Unkosten kaum gedeckt wegen hoher Entsorgungskosten

In Zeiten von Corona sortieren die Menschen fleißig aus und bestücken damit die Altkleider-Container. Viele Hilfsorganisationen haben solche aufgestellt, wie zum Beispiel die Malteser der Erzdiözese Freiburg. In guten Zeiten brachten die Container allein aus dem Freiburger Raum bis zu 10.000 Euro ein, die anschließend in die ehrenamtliche Hilfe flossen, doch das ist mittlerweile vorbei. Die Altkleider-Container sind zu einem Defizitfaktor geworden, sagt Sabine Würth: "Es sind Mehrkosten, die es verursacht, der Müll muss entsorgt werden. Er verunreinigt die gute Kleidung, das heißt: die kann man dann auch noch mit wegwerfen letzten Endes. Die Folge ist inzwischen, dass wir gar keine Erlöse mehr haben in diesem Bereich. Denn die Kosten für die Entsorgung sind gestiegen und man muss froh sein, wenn man die Unkosten gedeckt bekommt."

Appell: Altkleider-Container sind keine Mülltonnen!

Der Appell der Malteser und der Stadt Freiburg lautet daher:  Altkleider-Container sind keine Mülltonnen! Aufgrund der Pandemie bleibt die Lage aber weiterhin angespannt. Das Problem: Der Inhalt der Altkleider-Container muss von Hand sortiert und dann entsorgt werden - das kostet Geld. Michael Broglin von der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH: "Momentan lohnt es sich nicht. Wir machen das natürlich, weil wir entsprechende Vereinbarungen haben mit den caritativen Verbänden. Ich gehe davon aus, dass die Talsohle irgendwann wieder durchschritten ist und es dann wieder besser wird. Aber derzeit wird kein Geld mit Altkleider-Sammlungen verdient."

Nochmals zur Erinnerung: In die Altkleider-Container gehören nur gut erhaltene Kleidung, Wäsche, Plüschtiere, Tischdecken und Schuhe. Hausmüll und Schrott verursachen nur unnötige Kosten, die außerdem den caritativen Nutzen vermindern.

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