Europapark öffnet wieder: Modellprojekt unter strikten Hygieneregeln (Foto: SWR, Anita Westrup)

Gäste bekamen verschiedenfarbige Armbändchen

Nach Kritik: Hotels des Europaparks ändern Corona-Kennzeichnung

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Verschiedenfarbige Armbändchen, um Geimpfte und Genesene von ungeimpften und getesteten Hotelgästen zu unterscheiden: Dieses Konzept der Hotels im Europapark sorgte für Kritik und jetzt für ein neues Konzept.

Wie unterscheide ich am schnellsten und deutlich sichtbarsten, welchen Impfstatus meine Hotelgäste haben? Diese Frage haben sich die Verantwortlichen der Hotels des Europaparks in Rust (Ortenaukreis) wohl gestellt, als die neuen Regeln der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg bekannt wurden. Und sie entschlossen sich für ein vermeintlich einfaches Konzept.

Die Hotelgäste bekamen nach Angaben einer Sprecherin farbige Armbändchen. Dabei habe man Geimpfte oder Genesene sowie auf der anderen Seite ungeimpfte beziehungsweise getestete Besucher und Besucherinnen mit Bändern in verschiedenen Farben ausgestattet.

Besucher des Europa-Park tragen Bändchen, die sie als Getestet, Geimpft oder Genesen ausweisen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Besucher bekamen verschiedenfarbige Armbänder die anzeigten, ob sie die 3G-Regel erfüllen oder ungeimpft sind. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Farbige Bändchen: Probleme mit dem Datenschutz?

Auf diese Weise hätten Mitarbeiter leicht erkennen können, dass Hotelgäste eine der drei Bedingungen - geimpft, genesen oder getestet - erfüllten, fügte die Sprecherin hinzu. Kritiker hatten ihren Angaben zufolge moniert, durch die verschiedenen Farben lasse sich der Impfstatus erkennen, was datenschutzrechtlich problematisch sei. Der Europapark reagierte auf den Unmut und änderte seine Regeln zum Infektionsschutz für Hotelgäste. Seit Donnerstag händigen die Hotels Geimpften und Genesenen sowie Getesteten die Armbänder bei ihrer Ankunft in der gleichen Farbe aus. Diese wechselten aber täglich.

Es sei zu keiner Zeit das Anliegen gewesen, eine bestimmte Gruppen zu stigmatisieren, teilte die Sprecherin mit. "Es ging lediglich darum, eine möglichst praktische und überschaubare Lösung zu finden."

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Geschultes Personal überwacht Einhaltung von Abständen und Maskenpflicht

Der Europapark hatte in den vergangenen Tagen auch wegen anderer Probleme bei der Umsetzung der Corona-Hygieneregeln in der Kritik gestanden. Besucherinnen und Besucher hatten sich über die hohe Auslastung und das Gedränge in dem Vergnügungspark beschwert. Laut einem Parksprecher gingen etwa 100 E-Mails mit Beschwerden ein.

Darauf hat der Park ebenfalls reagiert und setzt nun speziell geschulte Mitarbeiter ein, die die Einhaltung von Abständen und die Maskenpflicht überwachen sollen. Das teilte das Gesundheitsamt des Ortenaukreises am Mittwoch mit. Wie eine Sprecherin des Kreises sagte, steht das Gesundheitsamt in regelmäßigem Kontakt mit den Verantwortlichen in Rust.

Täglich tausende Besucher im Vergnügungspark

Seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown ist der Europapark wieder ein Magnet für tausende Besucher. Zunächst durfte der Park als vom Land bewilligtes Modellprojekt wieder öffnen. Unter Begleitung des Uniklinikums Freiburg sollten in Rust Erkenntnisse über den Betrieb von Freizeitparks in Pandemie-Zeiten gesammelt werden. Mittlerweile kommen täglich etwa 24.000 Besucher in den Park im Ortenaukreis.

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SWR