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Die Hochwasserlage hat sich in den Landkreisen Lörrach und Waldshut über Nacht verschärft. In Stühlingen wurde ein Haus unterspült, im Stadtgebiet von Lörrach wurde der Notstand ausgerufen.

Im Stühlinger Ortsteil Grimmelshofen im Landkreis Waldshut sind Teile eines Hauses unterspült worden. Die beiden Bewohner des Hauses mussten evakuiert werden. Mehrere Bundesstraßen im Landkreis Waldshut wurden gesperrt.

Eine eingerissene Häuserfassade  (Foto: privat)
In Stühlingen-Grimmelshofen wurde ein Haus vom reißenden Bach unterspült. Es droht einzustürzen, ein Teil des Hauses ist abgebrochen. privat

Lage im Landkreis Waldshut

Der Dorfbach wurde in der Nacht zum reißenden Fluss und überspülte den Ort. Eine Scheune ist eingestürzt. Teile des Hauses wurden von den Wassermassen mitgerissen. Die Bewohner mussten das Haus aus Sicherheitsgründen verlassen. Auch die Bundesstraße B 314 war überflutet und musste gesperrt werden. Sie ist seit Freitagmorgen wieder eingeschränkt passierbar. Der Rückstau an Lastwagen reicht bis nach Blumberg. Verkehrsbehinderungen durch überspülte oder beschädigte Straßen gibt es derzeit auch im Raum Bonndorf. Die Sperrung der Straße in Bad Säckingen ist aufgehoben. Die Experten rechnen damit, dass sich die Lage am Samstag entspannen wird.

Lage im Landkreis Lörrach

Gegen zwei Uhr früh zog am Freitag in Lörrach eine Gewitterzelle über die Stadt, besonders getroffen wurde der Stadtteil Brombach. Die dortigen Bachläufe entwickelten sich zu einem reißenden Fluss, der zahlreiche Keller und den Ortskern überflutete, so die Stadt-Feuerwehr Lörrach. Der Notstand wurde ausgerufen. Er hat zur Folge, dass die Stadt Lörrach die Kosten für alle Einsätze übernimmt. Normalerweise müssten Hauseigentümer beispielsweise die Kosten für das Auspumpen von Kellern selbst zahlen.

"Meine Frau hat einen Wasserfall im Flur gehört"

Straßensperrungen wegen Geröll

Ein 17-Jähriger ist in Inzlingen laut Feuerwehr von den Wassermassen in einen offenen Gully gesogen worden. Sein Vater und ein benachbarter Feuerwehrmann hätten den 17-Jährigen in der lebensgefährlichen Lage festhalten können, sagte Feuerwehrkommandant Thomas Muck. Weitere Einsatzkräfte hätten geholfen, den Jugendlichen zu retten. Er habe einen Schock erlitten, sei aber nach kurzem Aufenthalt aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Zeitweise waren Inzlingen und Grenzach-Wyhlen nicht passierbar. In dem Gebiet wurden einige Kreis- und Landstraßen gesperrt. Außerdem droht ein Haus zwischen Steinen-Enkenstein und Hausen abzurutschen. Ebenfalls von Schäden betroffen sind die Gemeinden Kandern, Steinen und Rheinfelden.

Und auch am späten Freitagnachmittag hat es weitere heftige Gewitter mit Starkregen über Lörrach, Weil am Rhein und das Vordere Kandertal gegeben. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz. In Lörrach sind 100 Hilfeanrufe eingegangen, in Weil am Rhein zehn 10 im Vorderen Kandertal 30. Zumeist mussten vollgelaufene Keller leergepumpt werden.

Bitte zu Hause bleiben

Weil der Berufsverkehr auf Nebenstraßen ausweicht, kommen die Rettungskräfte nicht mehr durch. Die Polizei bittet, die Gebiete zu meiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben, um die Straßen zu entlasten.

Baden-Württemberg

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