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Basel hat wenig freie Bauflächen und muss sparsam damit umgehen. So wächst die Stadt zurzeit rasant in die Höhe. Der regelrechte Hochhaus-Boom trifft aber weitgehend auf Zustimmung.

Mehr als ein Dutzend Hochhäuser ist im Bau oder kürzlich fertig geworden. Bau 1 des Pharmakonzerns Roche ist mit 178 Metern das höchste. Daneben entsteht Bau 2: Alle zwei Wochen kommt ein Stockwerk dazu. 50 sollen es werden, macht 205 Meter – das höchste Haus der Schweiz. Erstaunlicherweise stößt der Basler Hochhaus-Boom kaum auf Kritik. Beat Aeberhard, Kantonsbaumeister in Basel: "Wohnraum ist nachgefragt und auch die Wirtschaft läuft gut. Es ist im Sinn der Gesellschaft, der Eidgenossenschaft, dass man die Zentren weiterentwickelt, dass man sie verdichtet, damit man die unbebaute Landschaft schonen kann."

Dauer

Einige Bürger finden es allerdings problematisch, wenn die Turmbauten zu nah an das Basler Münster heranrücken. Längst überragen einzelne Häuser die Kirchen im Stadtzentrum. Uta Feldges, Vorstandsmitglied im Verein Heimatschutz Basel: "Wenn Hochhäuser in diesem Maßstab zu nah an die Altstadt herankommen, wird die Altstadt zu einer Spielzeug-Architektur degradiert. Sie wird auf eine Art verniedlicht."


Auch andere Städte am Oberrhein wie Freiburg platzen aus allen Nähten. Doch anders als in Basel sind neue, Rekord-verdächtige Wohn- oder Bürotürme hier bislang nicht geplant. Kein Haus übertrifft das Freiburger Münster – und das dürfte auch noch lange so bleiben.
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