Neue Corona-Mutation

Freiburger Virologe: "Omikron sehr ernst nehmen"

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AUTOR/IN
Anita Westrup
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Charlotte Schönberger

Der Chef-Virologe der Unikinik Freiburg Hartmut Hengel hofft darauf, dass Omikron den Weg raus aus der Pandemie ebnen könnte. Er warnt allerdings davor, die Variante zu unterschätzen.

Der Leiter der Virologie am Universitätsklinikum Freiburg, Hartmut Hengel, geht davon aus, dass die sogenannte Populationsimmunität durch die Omikron-Variante besser wird. Das bedeutet, dass die Anzahl der Menschen in Deutschland, die gegen das Virus durch Infektion oder Impfung immun sind, steigt.

Hengel hofft auf Ende der Pademie in einem Jahr

Eine hohe Populationsimmunität könnte dazu beitragen, dass das Coronavirus nicht länger pandemisch ist, sondern endemisch. Das Virus würde sich nicht mehr wellenartig, sondern gleichmäßig, ausbreiten und damit nicht mehr in dem Maße das Gesundheitssystem belasten. Eine endemische Lage würde eine Rückkehr zur Normalilät möglich machen. Hengel hofft, dass dies in einem Jahr der Fall ist.

Omikron sollte nicht unterschätzt werden

Hengel warnt allerdings auch davor, Omikron zu unterschätzen. Für den einzelnen Menschen sei die Omikron-Variante zwar weniger gefährlich als die Delta-Variante. Aber die Übertragbarkeit des Omikron-Virus sei viel höher als bei den Vorgängern. Deswegen sei es für die Gesellschaft insgesamt gefährlich.

"Wir sollten Omikron sehr ernst nehmen."

Hengel für eine Änderung der Quarantäneregeln

Bisher seien zwar noch nicht viele mit Omikron infizierte Personen auf den Intensivstationen gelandet, doch das könne sich, laut Hengel, bald ändern. Wenn dann auch noch aufgrund der aktuellen Quarantäneregeln Personal in den Krankenhäusern ausfalle, drohe eine Überlastung. Der Freiburger Virologe begrüßt daher den Vorstoß des SPD-Gesundheitsministers Karl Lauterbach, die Quarantäneregeln zu anzupassen. Eine Empfehlung des Robert Koch-Instituts wird im Laufe der Woche erwartet.

Neue Mutationen möglich

Hengel rechnet damit, dass auch nach Omikron das Virus weiter mutiert. Zwar würden Virologinnen und Virologen auf der ganzen Welt versuchen, die Mutationen vorherzusagen. Doch immer wieder zeige sich, dass das Virus nicht berechenbar sei. Daher sei nicht auszuschließen, dass noch weitere gefährlichere Variante erscheinen könnten. Wenn allerdings viele Menschen immun seien, werde sich die Situation trotzdem beruhigen, hofft Hengel.

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