Mit einer Online-Spendenaktion wollen Heitersheimer Bürger ein Feuerwerk für alle Heitersheimer organisieren (Foto: SWR)

Feuerwerksverbot aushebeln?

Heitersheimer Bürger-Idee: zentrales Silvester-Feuerwerk für alle

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Zwei Heitersheimer wollen es zu Silvester ordentlich krachen lassen. Ihre Idee: ein professionelles, zentrales Bürger-Feuerwerk für den ganzen Ort.

Für viele Menschen bleibt ein Feuerwerk an Silvester ein weiteres Mal wohl nur ein Wunschtraum. Der Grund: Auch für dieses Jahr haben Bund und Länder ein Feuerwerksverbot zu Silvester beschlossen. Damit trete die Regelung vom vergangenen Jahr erneut in Kraft und bundesweit werde am Silvester- und Neujahrstag ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt. Da klingt der Plan von Berufspilot Sascha D'Angelo aus Heitersheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) eigentlich recht einfach: "Unsere Idee war, auf die ganzen kleinen Feuerwerke zu verzichten und stattdessen das ganze Geld zu sammeln, um damit ein zentrales, professionelles Feuerwerk zu organisieren."

Für Silvester hat Sascha D'Angelo daher zusammen mit Dirk Längin die Idee des Heitersheimer Bürger-Feuerwerks ins Leben gerufen. Das Großfeuerwerk soll von einem geheimen Ort, oberhalb der Stadt abgeschossen werden. Sicherheit wird hier großgeschrieben, so Mitorganisator Dirk Längin: "Es hat einen recht großen Sicherheitsbereich, der auch frei bleiben muss. Es ist extra so geplant, dass es jeder von zuhause aus - vom Balkon aus, oder vor der Haustür - anschauen kann. Und Publikumsverkehr am Abschuss-Ort des Feuerwerks ist sowieso nicht erlaubt."

Heitersheimer Bürger-Feuerwerker holen Pyrotechnik-Profi ins Boot

Für das geplante Bürger-Feuerwerk haben sich die beiden mit Oliver Tibus aus Freiburg einen Pyrotechniker ins Boot geholt. Er freut sich auf das Projekt und erklärt wie er das Bürger-Feuerwerk aufziehen will: "Die Vorbereitung ist natürlich immens. Wir müssen eine Choreografie machen, müssen schauen, dass das Material da ist. Wir haben zwar ein großes Explosivstoff-Lager mit knapp zehn Tonnen, aber wir können nicht alle Spezialeffekte, die wir verwenden möchten, immer auf Lager haben. Das heißt, wir werden nochmal auf Einkaufstour gehen."

"Wenn wir genug Geld sammeln, wäre das Highlight für die Malteserstadt Heitersheim eine Malteser-Bombe - die dann aussehen würde wie das Malteserkreuz. Wir sind gespannt!"

Da es sich um ein zentrales, professionelles Feuerwerk handeln soll, wäre es vom Feuerwerksverbot an Silvester nicht betroffen. Pyrotechniker Oliver Tibus hält das Verbot dennoch für überzogen: "Man fragt sich - nicht nur in der Branche - ob die Regierung überhaupt weiß, was sie macht. Die Gewerkschaft der Polizei hat sich auch dagegen ausgesprochen, weil es am Ende nicht durchsetzbar ist."

Geld fürs Heitersheimer Feuerwerk mit Online-Kampagne

Für das Projekt brauchen die beiden zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Das Geld wird mit einer Spendenkampagne im Internet gesammelt. Ein Überschuss würde direkt an eine soziale Einrichtung in Heitersheim gehen. Sascha D'Angelo hat alles schon mal durchgerechnet: "Wir haben etwa 6.000 Einwohner. Wenn sich jeder mit etwa zwei Euro beteiligen würde, dann hätten wir 12.000 Euro eingenommen. So könnten wir, wie vorgesehen, maximal 8.000 Euro für ein richtig schönes Feuerwerk ausgeben und die restlichen 4.000 Euro könnten wir an das Haus Ulrika und seinen Förderkreis spenden."

Ältere Heitersheimer mit Handikap profitieren vom Spenden-Überschuss

Der "Förderkreis Haus Ulrika" kümmert sich um ältere und behinderte Menschen in der Stadt. Im Idealfall würde die Einrichtung der Caritas neben der Heitersheimer Bevölkerung vom Bürger-Feuerwerk profitieren. Christa Greotti vom Vorstand des Förderkreises wäre über die Spenden sehr froh - sie betont das Miteinander im Ort: "Wir versuchen Geld einzunehmen, um Dinge zu bezahlen, die kein anderer bezahlen würde. Als ich das in der Zeitung gelesen habe, wollte ich gleich anrufen und sagen: Es ist toll, ich finde das einfach schön. Die Heitersheimer sind sowieso eine ganz tolle Gemeinschaft."

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