Gedenkstätte Hartmannsweilerkopf im Elsass: Hier waren im ersten Weltkrieg fast 30 000 Deutsche und Franzosen ums Leben gekommen.  (Foto: dpa Bildfunk, Maurizio Gambarini)

Europäische Tage des Kulturerbes

Hartmannsweilerkopf im Elsass: Mahnmal gegen den Krieg

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Das Schlachtfeld auf dem Hartmannsweilerkopf stand an diesem Wochenende im Mittelpunkt. Deutsche und französische Soldaten lieferten sich hier im Ersten Weltkrieg blutige Schlachten.

Der Hartmannsweilerkopf ist fast 1000 Meter hoch in den Vogesen gelegen. Im Ersten Weltkrieg als strategischer Punkt von Deutschen und Franzosen schwer umkämpft, gehörten die Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf damals zu den blutigsten Schlachtfeldern.

Tausende Soldaten verloren am Hartmannsweilerkopf ihr Leben

Wo heute Kinder und Eltern die Schützengräben erkunden, verloren fast 30.000 deutsche und französische Soldaten ihr Leben. Seither nennt man ihn den Menschenfresserberg. Dort oben erstreckten sich Schützengräben, Betonbunker und Stacheldrahtverhaue über die beachtliche Länge von 90 Kilometern.


"Auf diesem kleinen Schlachtfeld gab es 90 km Schützengräben. Das war unglaublich! Und alles wurde von Hand gebaut, mit Spitzhacke und Schaufel. Ihre Kräfte waren die Männerkräfte. In Hülle und Fülle waren Soldaten da und die mussten arbeiten.“

Der Berg sei wegen seiner grandiosen Aussicht auf die Rheinebene und dem Blick auf die strategisch wichtige Bahnlinie zwischen Mulhouse, Colmar und Freiburg besonders umkämpft gewesen, erzählt Wanderführer Gilbert Wagner. Deswegen habe man um diese Kuppe so erbittert gefochten.

Museum am Hartmannsweilerkopf bei Schulklassen beliebt

Die wechselvolle und grausame Geschichte des Berges ist seit vier Jahren auch in einem neu erbauten Museum zu erleben. Bislang haben es mehr als 100.000 Menschen besucht. Besonders beliebt ist es bei Schulklassen, so Gerd Krumeich, Historiker und Wissenschaftlicher Museumsbeirat.


"Wenn ich morgens hierher komme, dann stehen da schon drei oder vier Busse mit französischen Schulkindern. Mit elsässischen vor allem, aber auch aus dem weiteren Frankreich kommen sie. Ab und zu auch aus Deutschland. Hier in Frankreich werden die Kinder schon sehr viel früher als bei uns zu solchen, auch manchmal sehr grausamen Museen, hingeführt.“

Der Hartmannsweilerkopf steht heute für Versöhnung

Die Ausstellungskonzeption haben Deutsche und Franzosen gemeinsam entwickelt. Heute ist der Hartmannsweilerkopf ein völkerverbindendes Mahnmal. Im Gedenken an das Leid der Soldaten und an die vielen Toten auf dem Berg.

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SWR