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Mit Haaren das Mittelmeer säubern. Klingt bizarr, ist aber möglich. Auch elsässische Friseure nehmen an der landesweiten Aktion teil und werfen den Rohstoff Haare nicht mehr weg.

In Frankreich läuft derzeit ein neues Projekt zur Reinigung von Meerwasser. Es funktioniert mit Haarschläuchen, hergestellt aus abgeschnittenen Haaren von Friseursalons. Die Idee kommt von den "Coiffeurs Justes“, den fairen Friseuren. Dabei handelt es sich um eine ökologisch engagierte Berufsvereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, abgeschnittene Haare wiederzuverwerten. Konkret: um damit das Mittelmeer zu säubern. Denn Haare sind in der Lage, Fette und Öle aufzunehmen.

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Erste Experimente mit den Haarschläuchen zeigten bereits große Erfolge. “Haare sind wie Schuppenpanzer aus verschiedenen Schichten. Darin bleiben Substanzen wie Fett hängen“, so Maeva Monnier, Wissenschaftlerin im Bereich Umweltschutz. Sie berät die "Coiffeurs Justes“ und ist überzeugt von dem neuen Rohstoff.

Einfache Methode zur Meerwasser-Reinigung

An der Aktion machen bereits 1.600 französische Friseure mit, darunter auch viele aus dem Elsass. Für sie sind Haare kein Abfallprodukt mehr. Sie sammeln die abgeschnittenen Haare in großen Tüten und schicken sie nach Südfrankreich. Dort werden die Haare von einer sozialen Organisation in Schläuche gefüllt und an Mittelmeerhäfen ins Wasser gehängt. Benzin und Sonnencreme bleiben an den Haaren haften, das Meerwasser wird dadurch gereinigt.

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