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Nur wenige Einzelhändler dürfen öffnen, die Kirchen sollen zu bleiben und die Menschen zu Hause: Gründonnerstag und Karsamstag wurden zu Ruhetagen erklärt. Wir sagen Ihnen, was das für Sie bedeutet.

Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll auch in Baden-Württemberg das öffentliche Leben über Ostern weitgehend zum Stillstand kommen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt die landesweite Notbremse nicht aus. Aber was bedeutet das konkret? Hier Antworten auf wichtige Fragen.

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Was bedeutet Ruhetag?

Der Gründonnerstag und der Karsamstag gelten in diesem Jahr einmalig als Ruhetage. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind die Regeln an diesen beiden Tagen mit denen an Sonn- und Feiertagen vergleichbar. Das heißt: Unternehmen bleiben in der Regel geschlossen. ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam weist darauf hin, dass der Begriff "Ruhetag" in keinem Gesetz definiert ist. Die Bundesländer müssten deshalb die daraus folgenden Regeln erst noch aufstellen und die Bürgerinnen und Bürger dann informieren.

Wer darf öffnen?

An Gründonnerstag bleiben, wie an einem Feiertag, alle Geschäfte geschlossen. Damit sich über Ostern jeder ausreichend mit dem Lebensnotwendigen versorgen kann, dürfen Lebensmittelgeschäft, Drogeriemärkte und Apotheken am Karsamstag öffnen. Tankstellen sind, wie auch sonst an Feiertagen, geöffnet. Alle Einzelheiten soll eine Musterverordnung des Bundes festlegen.

Wie sieht es in der Gastronomie aus?

Gaststätten und Cafés bleiben über Ostern ganz geschlossen. Sie dürfen von Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag auch nicht im Freien Gäste empfangen. Die Außengastronomie darf erst nach Ostern wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass in der Region die Inzidenz unter 100 liegt.

Muss ich an Gründonnerstag und Karsamstag arbeiten?

An einem Ruhetag darf laut Arbeitszeitgesetz nicht gearbeitet werden - wie auch an Sonn- und Feiertagen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte erklärt, der Gründonnerstag sei in diesem Jahr wie ein Feiertag zu betrachten. Wie Unternehmen das konkret umsetzen sollen, ist noch nicht geklärt. Beispielsweise ist nicht klar, wie Beschäftigte diesen "verordneten" Ruhetag vergütet bekommen. Es gibt die Überlegung, die Umsetzung über das Infektionsschutzgesetz zu regeln.

Mit wem darf ich mich treffen?

An den Ostertagen dürfen sich, wie auch bisher, zwei Haushalte mit maximal fünf Menschen besuchen. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Wenn die Inzidenz in einer Region an drei Tagen hintereinander über 100 liegt, soll sich ein Haushalt sogar nur mit einer weiteren Person treffen dürfen. Treffen in der Öffentlichkeit in größeren Gruppen sind grundsätzlich untersagt.

Darf ich verreisen?

Bund und Länder appellieren weiterhin eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten. Das gilt über Ostern auch für Reisen innerhalb des eigenen Bundeslandes. Ministerpräsidentin Dreyer konnte sich bei der Bund-Länder-Schalte mit ihrem Vorschlag für Urlaub im eigenen Bundesland nicht durchsetzen.

Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen dürfen keine touristischen Gäste empfangen. Das gilt auch weiterhin über Ostern und die Zeit bis zum 18. April.

Dürfen Gottesdienste in der Kirche stattfinden?

Über Ostern sollen Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen nur virtuell stattfinden. Bund und Länder haben angekündigt, mit dieser Bitte auf die Religionsgemeinschaften zuzugehen. Die Kirchen verweisen auf ihre funktionierenden Hygienekonzepte und wollen an den Präsenz-Gottesdiensten festhalten.

Wie geht es nach Ostern weiter?

Bund und Länder haben den Lockdown beim Corona-Gipfel auch über Ostern hinaus verlängert: Er gilt erst einmal bis zum 18. April. Die bereits Anfang März vereinbarte Notbremse soll konsequent umgesetzt werden. Daher gelten in einer Region wieder strenge Beschränkungen, wenn die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei Tagen hintereinander über 100 liegt.

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