Junge Frau im Bett hält sich das Gesicht mit den Händen zu. (Foto: IMAGO, IMAGO / Panthermedia)

Spätfolgen von Corona

Große Nachfrage an Freiburger Long-Covid-Ambulanz

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Viele Menschen leiden an Long-Covid, den Spätfolgen einer Corona-Infektion. Die Corona-Nachsorge-Ambulanz an der Uniklinik Freiburg ist gut ausgelastet.


Die Freiburger Corona-Nachsorge-Ambulanz hat seit Eröffnung im letzten Herbst etwa 600 Patientinnen und Patienten behandelt. Sie leiden unter den Langzeitfolgen der Infektion wie zum Beispiel Lungenschäden, Atemnot oder Erschöpfung. Die Nachfrage nach einem Behandlungsplatz ist groß. Bevorzugt werden besonders schwere Fälle.

Eine der Patientinnen ist Thea Fehrenbach. Sie kann nicht mehr, ist erschöpft, und das schon nach wenigen Schritten. Long-Covid schränkt sie so sehr ein, dass sie momentan auch nicht arbeiten kann. Und das, obwohl sie eigentlich mal fit war, viel Sport gemacht hat und Rad gefahren ist.

"Ich stehe auf, frühstücke und muss mich wieder hinlegen. Wenn ich spazieren gehe, suche ich eine Bank nach der anderen. Die Krankheit war bei mir gar nicht so schlimm. Erst danach kam diese wahnsinnige Müdigkeit und die Atemnot."

Vor vier Monaten hat sich Thea Fehrenbach mit dem Corona-Virus infiziert. Sie musste sich auch um ihren Sohn und ihren Lebensgefährten kümmern, die auch infiziert waren. Beiden ging es noch viel schlechter als ihr selbst.

Atemnot, Müdigkeit, Schwäche – mit diesen Symptomen hat sie seither zu kämpfen. Weder Hausarzt und noch Lungenarzt konnten jedoch etwas feststellen. Die Langzeitfolgen von Corona sind noch zu unbekannt.

Long-Covid noch weitgehend unerforscht

Für ein spezielles Behandlungsangebot müssten die Ärzte noch mehr über die Krankheit wissen, gibt der Leiter der Infektiologie Professor Winfried Kern zu bedenken. Viele Betroffene seien verzweifelt aufgrund der nicht nachlassenden Beschwerden. Für eine gute Therapie müsse Long-Covid aber noch besser erforscht werden. Man stehe erst am Anfang.

"Da sind wir einfach noch ein bisschen hinterher und selbst noch am Rätseln und Erforschen, was den Patienten am besten hilft. Solange das nicht glasklar ist, muss man vorsichtig sein. Die Patienten sind sonst enttäuscht, wenn die Therapie nichts hilft, weil sie nicht das Richtige war."

So wissen die Ärzte immer noch nicht, wie lange Thea Fehrenbach unter Long-Covid leiden wird. Dennoch ist sie froh, überhaupt untersucht zu werden. Sie wünscht sich, dass Long-Covid bekannter wird, sodass auch Freunde und Bekannte sie besser verstehen und dass mehr an der Krankheit geforscht wird.

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SWR