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Die Stadt Weil am Rhein möchte ein neues Wohnquartier für gut 2.000 Einwohner direkt an der Schweizer Grenze bauen. Die Nachbarstadt Basel, zu der das Gebiet gehört, zeigt sich offen.

Gebaut werden soll das neue Quartier auf einer zehn Hektar großen Fläche, die zwar auf deutschem Hoheitsgebiet liegt, aber der Stadt Basel gehört. Die beiden Städte ziehen in dieser Frage aber am selben Strang und haben jetzt eine erste Diskussionsgrundlage. Im Rahmen einer Studie haben zwei Architekturbüros Vorschläge gemacht, wie das neue Wohnquartier im Stadtteil Otterbach aussehen könnte.

Wohnen auf der "grünen Grenze" zwischen Deutschland und der Schweiz

Die 14 Fußballfelder große Fläche liegt an der grünen Grenze zur Schweiz, direkt neben dem Grenzübergang Weil-Otterbach. Sie wird landwirtschaftlich genutzt und sollte der Stadt Basel mal als Zusatzfläche für die Messe dienen. Dieser Traum ist ausgeträumt, aber dafür ein neuer entstanden: Ein Quartier mit großen Wohnblocks, je nach Entwurf der beiden ausgewählten Architektenbüros, vier- bis fünfgeschossig oder turmartig sogar bis zu 80 Meter hoch. Denn Wohnungen sind sehr gefragt: "Wir sind in den vergangen Jahren stetig gewachsen, der Druck auf die gesamte Region im Dreiland ist groß", sagt Weils Oberbürgermeister Wolfgang Dietz (CDU).

Eine Straße an einem Feld (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Hier soll der neue Stadtteil zwischen Weil und Basel entstehen Matthias Zeller

Der Weiler Stadtteil Otterbach mit knapp 600 Einwohnern könnte durch das neue Quartier an der Grenze um mehr als 2.000 Einwohner wachsen. Das sind große Pläne mit politischem Konfliktpotential. Das weiß auch OB Dietz. Auch die Umnutzung von landwirtschaftlicher Fläche hin zu Wohnbebauung sowie die Folgen für den so genannten Landschaftspark Wiese bergen Diskussionsstoff.

Zehn bis 15 Jahre Planungszeit

Bis aus den Plänen Wirklichkeit werden kann, dürfte es noch zehn bis 15 Jahre dauern. Denn dort, wo die Stadt künftig ein neues Wohnquartier sehen möchte, sieht der Flächennutzungsplan eigentlich ein Gewerbegebiet vor. Weil brauche zwar neue Gewerbeflächen, aber nicht dort in Otterbach, sagt Baubürgermeister Christoph Huber. Die Verkehrsanbindung sei durch die Insellage des Grundstücks schwierig und lasse "eine gewerbliche Nutzung aus unserer Sicht nicht zu."

Computergrafik eines Hochhauses mit Blick auf einen Park mit weiteren Hochhäusern (Foto: pool Architekten mit Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten)
So stellt sich der Landschaftsarchitekt Maurus Schifferli das neue Quartier vor pool Architekten mit Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten

Basel-Stadt unterstützt das Bauvorhaben

Die Interessen der Stadt Weil am Rhein decken sich mit den Interessen der Grundstückseigentümerin, der Stadt Basel. Das starke Wachstum an Arbeitsplätzen in Basel habe zur Folge, dass man auch mit dem Wohnraum schritthalten müsse, sonst sei "die logische Folge, dass der Pendlerverkehr zunimmt", so Rolf Borner, zuständig für Immobilien im Kanton Basel-Stadt.

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