Gasthaus Himmelreich (Foto: SWR)

Himmlisches Dinner

Gregor Gysi im Gasthaus zum Himmelreich

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Ernste Themen und unterhaltsame Geschichten: Der bekannte Linken-Politiker Gregor Gysi war zum "Himmlischen Dinner" im Hofgut Himmelreich im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald zu Gast.

Gregor Gysi hat mit der SWR-Redakteurin Chris Libuda über deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine und seine politische Laufbahn gesprochen und das Publikum mit Anekdoten aus seinem Politiker-Leben unterhalten.

Der Krieg in der Ukraine sowie die Diskussion um Waffenlieferungen aus Deutschland sind die Haupthemen des Abends. Gregor Gysi spricht erneut gegen Waffenlieferungen aus Deutschland aus. Besonders interessiert ist das Publikum an seinem politischen Werdegang: Zufälle hätten sein Leben immer wieder in eine neue Richtung gelenkt, sagte Gysi.

Ausverkaufte Veranstaltung

Die Veranstalter sind mehr als zufrieden, die Karten für das 3-Gänge Menü (Spargelsalat, Heidschnucke auf Risotto und Rhabarber-Soufflé) plus prominenten Gast waren schnell ausverkauft.

"Gysi zieht einfach"

Alle Plätze in dem Schwarzwaldgasthaus sind belegt; der prominente Gast kommt etwas zu spät, aber mit bester Laune in den Raum. Viele Gäste erzählen, sie würden nicht unbedingt die Linke wählen - aber Gregor Gysi sei ein Politiker, dem sie vertrauen. Am Anfang des Abends legt Gysi seine Ansichten zum Krieg in der Ukraine dar.

Gegen Waffenlieferungen in die Ukraine

Ganz entschieden verurteilt Gregor Gysi den brutalen Angriffskrieg Russlands. Allerdings hält er Waffenlieferungen aus Deutschland für falsch und begründet das mit der historischen Verantwortung der Deutschen für den Frieden. Niemand wisse leider im Moment, was der Präsident Russlands, Putin, mit dem Krieg erreichen wolle. Die Diplomatie habe schon im Vorfeld versagt. Auch ist er, wie die meisten Politikerinnen und Politiker, der Meinung, dass die Nato nicht in den Krieg eingreifen dürfe. Das würde den dritten Weltkrieg auslösen, was unbedingt verhindert werden müsse.

"Putin hat sein Ende eingeläutet"

Gregor Gysi hofft, dass es in inneren Kreisen des Kreml Bewegung geben könnte. Oder dass die Oligarchen ihre Macht einsetzen, um Putin zu stürzen. Auch die Generäle könnten dabei eine Rolle spielen. Viel Applaus erhält der Linken-Politiker für die Aussage, dass man in jedem Falle auf Grundlage des Völkerrechts urteilen sollte.

Der Zustand der Partei "Die Linke"

Gysi wurde von seiner Bundestagsfraktion zum außenpolitischen Sprecher gewählt. Immer wieder werden Streitereien innerhalb seiner Partei bekannt. Warum er sich das alles mit 74 Jahren noch antue, wird Gysi von der Moderatorin Chris Libuda gefragt. Er begründet es mit seiner Tätigkeit als Anwalt. Er sei es einfach gewohnt, sich immer um Krisensituationen zu kümmern.

"Bei der letzten Bundestagswahl hatte ich eine Schwäche für die Union, weil die am Abgrund stand. Aber weil meine Partei auch am Abgrund stand, reichte es, wenn ich mich um sie kümmere."

Sagt er mit seinem typischen Humor und freut sich über die Lacher der Gäste. Er überspitzt und spricht mit ironischem Unterton die Themen an, die er wenig später ernsthaft erläutert. So kündigt er an, auf dem Parteitag der Linken eine Rede halten zu wollen. Dort werde er die Delegierten ermuntern, weniger zu streiten und wieder zur Sachpolitik zurückzukehren. Unbedingt notwendig seien, so Gysi, eine glaubwürdige Friedenspolitik und das leidenschaftliche Streiten für soziale Gerechtigkeit.

"Meine Partei ist in einer existentiellen Krise"

Falls sich die Linke nicht schnell besinne und wieder gute Politik mache, so sagt Gysi dann wieder halb im Ernst und halb im Scherz, dann könne er nicht ausschließen doch noch aus seiner Partei auszutreten. Eine neue Partei zu gründen käme aber nicht in Frage – schließlich brauche man dafür sieben Gründungsmitglieder und das seien doch sechs zuviel.

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