Bei Fragen zu Gesundheit und Arztbesuch

Neuer Leitfaden soll Patienten im Dreiländereck helfen

Stand
Autor/in
Maya Rollberg
Onlinefassung
Wera Engelhardt

Sich über die Grenzen hinweg zu bewegen, ist im Dreiländereck völlig normal. Beim Arztbesuch gibt es aber manchmal Probleme. Ein EU-Projekt will Abhilfe schaffen.

Welche Rechte und Möglichkeiten haben Grenzgänger beim Arztbesuch im Nachbarland? Ein EU-Projekt will Menschen im Dreiländereck dabei unterstützen, sich in Gesundheitsfragen zu orientieren. Helfen soll etwa ein neuer interaktiver Leitfaden für Patientinnen und Patienten. Auf der Webseite können Menschen ihren Wohnort, den Sitz ihrer Krankenversicherung und das Land, in dem sie einen Arztbesuch machen möchten, angeben und bekommen dann für ihre individuelle Situation passende Informationen.

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Der Leitfaden zählt zu den Ergebnissen eines Projekts des sogenannten Trinationalen Kompetenzzentrums für Ihre Gesundheitsprojekte, das von der EU mitfinanziert wird. Ziel des Projektes war es nach Angaben der Beteiligten, eine gemeinsame Strategie für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Gesundheitsbereich zu entwickeln und die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf allen Seiten der Grenze zu verbessern. Über die Ergebnisse hat das Team die Öffentlichkeit jetzt in Straßburg informiert.

 Mehr Austausch und Vernetzung im Gesundheitsbereich 

Trotz europäischer Krankenkassenkarte haben Grenzgänger immer wieder Probleme, wenn sie sich in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz behandeln lassen wollen: Sei es, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fürs Nachbarland zu erhalten, nach dem Renteneintritt weiter erwerbstätig in einem anderen Land zu sein oder Home-Office-Rechte in einem anderen Land umzusetzen. Das Projekt hat nach Angaben von TRISAN viele dieser Schwierigkeiten untersucht, um Ideen für eine Verbesserung zu entwickeln - darunter auch der interaktive Leitfaden für Patienten.

"Durch TRISAN und den Patienten-Leitfaden konnte ich meinen Patienten etwas Konkretes an die Hand geben, wenn sie sich beispielsweise als Deutsche mit französischer Krankenversicherung langfristig in Deutschland behandeln lassen wollen."
 

Engere Zusammenarbeit der Universitätskrankenhäuser  

Ein weiteres Ergebnis des Projekts: Die Universitätskrankenhäuser in Freiburg, Basel und Straßburg arbeiten nun enger zusammen, vor allem in Bezug auf die Behandlung von seltenen Krankheiten und Pandemien. So soll den Angaben zufolge sichergestellt werden, dass Patientinnen und Patienten auf höchstem wissenschaftlichen Standard behandelt werden und ein kontinuierlicher Austausch erfolgt.

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Maya Rollberg
Onlinefassung
Wera Engelhardt