Die Geflügelpest ist im grenznahen Schweizer Gebiet am Hochrhein ausgebrochen - mit Auswirkungen auch in Waldshut (Foto: SWR, Katharina Seeburger)

Auswirkungen im Kreis Waldshut

Geflügelpest im grenznahen Schweizer Gebiet am Hochrhein

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In einem Schweizer Geflügelbetrieb am Hochrhein ist die Geflügelpest ausgebrochen. Auflagen betreffen jetzt auch 200 Geflügelhalter im Kreis Waldshut.

Es ist noch nicht mal ein Jahr her, dass Geflügelhalter in Südbaden ihre Tiere wegen der Geflügelpest schützen mussten. Mehrere hundert Vögel mussten allein im Kreis Waldshut gekeult werden. Für Menschen ist die Geflügelpest nicht gefährlich. Jetzt geht es mit der Geflügelpest wieder los: Wildvögel haben die Geflügelpest in der Region eingeschleppt. Vergangene Woche wurden im Schwarzwald-Baar-Kreis an der Geflügelpest verendete Schwäne gefunden. Im Kanton Zürich ist, unmittelbar in der Nähe zur deutschen Grenze, in einem Geflügelbetrieb die Geflügelpest regelrecht ausgebrochen.

Maßnahmen bei Geflügelpest gelten grenzüberschreitend

Von den Schutzmaßnahmen ist auch der Hof von Markus und Vivien Glatt in Lottstetten (Kreis Waldshut) betroffen. Denn der Schweizer Hof, auf dem die Geflügelpest ausgebrochen ist, ist nur zehn Kilometer vom Berghof Glatt und seinen Freilandhühnern entfernt. Seit dem 28. November liegt der Hof von Markus und Vivien Glatt in der sogenannten Überwachungszone. Vögel dürfen hier nur im Freien gehalten werden, wenn die Gehege rundherum gegen Wildvögel gesichert sind.

Ein "Festzelt" für die fast 700 Freilandhühner

Markus Glatt rangiert mit seinem Traktor. Er will den letzten mobilen Hühnerstall am Rand eines sieben Meter breiten und 15 Meter langen Zeltes platzieren. Früher wurden darunter Partys gefeiert. Jetzt steht es auf seinem Feld und dient als Auslauf für seine 675 Hühner.

Einfacher wäre es, die Hühner für die nächsten Wochen am Hof im Stall zu halten. Aber das wollen Markus und Vivien Glatt nicht. Normalerweise halten sie ihre Bio-Hühner in Freilandhaltung auf dem Feld. Jedes Huhn hat da viereinhalb Quadratmeter Auslauf.

Die Geflügelpest ist im grenznahen Schweizer Gebiet am Hochrhein ausgebrochen - mit Auswirkungen auch in Waldshut (Foto: SWR, Katharina Seeburger)
Seit die Geflügelpest ausgebrochen ist, dient das große Festzelt den Freilandhühnern vom Berghof Glatt in Lottstetten als Auslauf. Katharina Seeburger

"Bei uns haben sie das Paradies. Sie haben immer frische Wiesen und einen frischen, trockenen Auslauf."

Im Sommer und im Frühjahr kommen die Hühner einmal pro Woche an eine neue Stelle. Im Winter, wenn das Gras langsamer wächst, alle drei bis vier Wochen.

Freiland- oder Bodenhaltung? - Sorge um Kunden-Akzeptanz

Wegen der vorübergehenden Schutzauflagen schrumpft der Platz pro Huhn auf 0,3 Quadratmeter. Sind die Hühner länger als zwölf Wochen eingesperrt, dürften Markus und Vivien Glatt die Eier nicht mehr als Freiland-Eier verkaufen - sie gälten dann lediglich als Eier aus Bodenhaltung.

Daran will Markus Glatt gar nicht erst denken. Denn die meisten seiner Kunden kaufen aus Überzeugung die Eier aus Freilandhaltung. Um ihre Eier auf den Märkten in der Umgebung zurzeit überhaupt verkaufen zu können, müssen Markus und Vivien Glatt ihre Eier in Einwegkartons verpacken. Außerdem brauchen sie eine Genehmigung.

Trotzdem blickt Markus Glatt positiv auf die nächsten Wochen. Die Geflügelpest könne man schnell in den Griff bekommen, wenn sich alle Geflügelhalter an die Regeln halten. Dann, so hofft Markus Glatt, können sie ihre Hühner im Januar schon wieder raus lassen.

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