Zwei Männer aus Algerien sitzen in einer neuen Notunterkunft in Offenburg auf ihrem Stockbett.  (Foto: dpa Bildfunk, Philipp von Ditfurth)

Neue Notunterkunft im Regierungsbezirk Freiburg

Messe Offenburg wird Erstaufnahmestelle für 400 Geflüchtete

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Ulf Seefeldt
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Gabi Krings

Die Eishalle auf dem Offenburger Messegelände ist vorübergehend Notunterkunft für Geflüchtete - zur Entlastung der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Freiburg.

Rund 100 geflüchtete Menschen aus der Türkei, aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Irak sind am Montag auf dem Messegelände in Offenburg (Ortenaukreis) eingetroffen. Sie kommen vorübergehend in der Eishalle unter, die Platz für 400 Menschen bietet. Bereits im März haben dort Ukrainerinnen und Ukrainer Obdach gefunden.

Eishalle ist "Glücksfall"

Um Energie zu sparen, soll die Offenburger Eislaufhalle auf dem Messegelände in diesem Winter geschlossen bleiben. Für das Regierungspräsidium Freiburg ist das ein Glücksfall. So kann die Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Freiburg, die wegen des aktuellen Andrangs ihre Bettenzahl verdoppeln musste, entlastet werden. Aktuell kommen in Baden-Württemberg pro Woche bis zu 2.000 Asylbewerber an. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ist froh, dass 400 Menschen nun in Offenburg einen Platz finden können.

"Ich bin erleichtert, dass wir relativ schnell diese 400 Plätze für Geflüchtete einrichten konnten. Sonst wäre mir jetzt vor dieser kalten Jahreszeit ein bisschen bange gewesen."

Die Eishalle bietet sich für eine Unterbringung an, da Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten bereits vorhanden sind. Ein weiterer Vorteil: Die Messe stellt Catering und Sicherheitsdienst. Die Alltagsbetreuung will der Malteser Hilfsdienst übernehmen.

Das Regierungspräsidium Freiburg hat in der Eishalle der Messe Offenburg eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet. (Foto: dpa Bildfunk, Philipp von Ditfurth)
Die Eishalle auf der Offenburger Messe ist vorläufig wieder eine Flüchtlingsunterkunft. Philipp von Ditfurth

Eishalle ist "Puffer" für LEA

Die Geflüchteten kommen vom Ankunftszentrum Heidelberg zunächst nach Offenburg. Dort sollen sie so lange bleiben, bis wieder Platz ist in der LEA in Freiburg, wo dann Registrierung, Gesundheitscheck und die Stellung des Asylantrags anstehen. Danach werden sie auf die Landkreise verteilt. Offenburg habe somit lediglich eine Pufferfunktion, sagt Peter Kramer, Referatsleiter im Regierungspräsidium Freiburg. Der organisatorische Aufwand sei dennoch hoch.

"Es ist eine Herausforderung: Es kommen Menschen aus über 30 verschiedenen Herkunftsländern mit den unterschiedlichsten kulturellen und sprachlichen Hintergründen."

Geflüchtetenzahlen gehen weiter nach oben

Dass die Flüchtlingssituation angespannt bleibt, ist allen Beteiligten klar. Nicht nur die Regierungspräsidien stoßen an ihre Grenzen, auch die Landkreise, Städte und Gemeinden, die dann für die sogenannte Anschlussunterbringung sorgen müssen. Immer häufiger werden dafür jetzt wieder Sporthallen umfunktioniert. Dabei habe der Winter noch gar nicht richtig begonnen, betont die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) bei einem Besuch in Offenburg vor allem mit Blick auf die Ukraine. Man müsse weiter mit steigenden Zugangszahlen rechnen und dafür Vorsorge treffen, so die Ministerin.

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