Enten in einem Betrieb im Elsass (Foto: France Bleu Alsace)

"Foie gras" in Straßburg unerwünscht

Bürgermeisterin will keine Stopfleber auf Empfängen

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Die Straßburger Bürgermeisterin Barseghian hat Gänsestopfleber bei offiziellen Anlässen der Stadt vom Buffet verbannt. Die Elsässer Produzenten der "Foie gras" sind außer sich.

Sie empfinden das Vorgehen der grünen Politikerin Jeanne Barseghian als Angriff auf ein kulinarisches Heiligtum der französischen und regionalen Küchenkultur. So weisen die lokalen Erzeuger darauf hin, dass Straßburg im 19. Jahrhundert als "Hauptstadt der Gänsestopfleber" bekannt war, wie die französische Zeitung "Le Figaro" berichtet.

Gesellschaftliches Bewusstsein für Tierwohl schaffen

In Frankreich ist die Gänsestopfleber zwar eine beliebte Delikatesse, aber in vielen anderen europäischen Ländern ist die Herstellung oder die Einfuhr verboten. Stopfleber wird aus der Leber von Enten und Gänsen hergestellt, die zwangsgefüttert werden. Tierschützer halten diese Praxis für grausam. Mit der Verbannung der Gänsestopfleber von den offiziellen Empfängen der Stadt Straßburg will die Bürgermeisterin Jeanne Barseghian die Richtlinien der Stadtspitze für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur umsetzen. Einen wirtschaftlichen Schaden für die Erzeuger sieht sie dadurch nicht. Auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg bleibt der Verkauf von Gänsestopfleber auch weiterhin gestattet.

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