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Eigentlich wollte der Freiburger Journalistik-Student Valentin Machard für Dreharbeiten von Freiburg nach Straßburg fahren. Aber es kam anders: Er musste in Quarantäne in einem Straßburger Hotel.

Von Anfang an: Valentin Machard ist Student eines deutsch-französischen Journalistik-Studiengangs an der Uni Freiburg. Für Dreharbeiten im Rahmen eines Studienprojekts wollte er vor knapp zwei Wochen von Freiburg nach Straßburg fahren. Ein erster Schnelltest an der Grenze in Kehl sei negativ gewesen - der anschließende PCR-Test in Straßburg allerdings nicht mehr, sagt er.

"Ich machte mir keine Sorgen. Der PCR-Test war für mich nur eine Formalität. Aber leider war er positiv."

Corona-Quarantäne: Aber wo?

Der PCR-Test war positiv - und Machard schließlich quarantänepflichtig. Die Frage war allerdings, wo er seine Quarantäne verbringen würde. Zu den Eltern in Frankreich konnte er nicht, weil sie noch nicht geimpft sind. Bei seinem Studienkollegen in Straßburg wollte er nicht zehn Tage unterkommen, weil dieser negativ war und er ihn nicht anstecken wollte. Zurück nach Freiburg an den Studienort zu fahren, erlaubten die Corona-Regeln ebenfalls nicht.

"Also die Konsequenz dieses PCR-Tests in Straßburg war, dass ich nicht mehr nach Deutschland reisen konnte, wo ich lebe, wo ich studiere, da war ich wie verloren."

Und das französische Gesundheitsamt? Das hätte ihm zuerst gesagt, er solle seinen Wagen nehmen und über die Grenze ohne Zwischenhalt nach Hause fahren, erzählt der Student. Das sei aber Quatsch gewesen - immerhin habe das französische Gesundheitsamt in einem Straßburger Industriegebiet für solche Quarantäne-Fälle extra ein Hotel angemietet. Die Behörde bezahle auch für Unterbringung und Verpflegung.

Das Rote Kreuz hilft dem Studenten

Geholfen habe ihm vor allem das Rote Kreuz, so Machard weiter - zum Beispiel mit Kleidung.

"Ich hatte fast keine Klamotten, also haben sie mir Klamotten gegeben. Und ich hatte auch keinen Wagen. Sie haben mich mit ihrem Krankenwagen ins Hotel gebracht. Das war eine sehr starke Solidarität in dieser sehr schweren Phase des Jahres."

Ärger, nicht nur für den Studenten

Die unerwartete Corona-Quarantäne bedeutete nicht nur für den Studenten viel Ärger, sondern auch für seinen Journalistik-Kurs an der Uni Freiburg. Zunächst hätten sich erst mal die anderen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer testen lassen müssen, mit denen Machard in Kontakt gewesen war, schrieb die Pressestelle der Uni zu dem Fall. Bis heute sei aus dieser Gruppe allerdings kein weiterer positiver Fall bekannt geworden.

Der ganze Beitrag zum Nachhören:

Student hat keine Symptome mehr

Nun sind die einzigen Menschen, die Valentin Machard seit Ende April real gesehen hat, der Hoteldirektor und eine Krankenschwester, die jeden Tag kommt und Fieber bei ihm misst. An seinem Unikurs nimmt er online weiter teil. Immerhin hat der Student mittlerweile keine Krankheitssymptome mehr. Mental hat es ihn aber mitgenommen:

"Es spielt wirklich mit den Nerven dieses Covid-19. Ich fühle mich nach zehn Tagen Isolation ein bisschen müde. Es ist wirklich schwer, alleine zu sein."

Aber immerhin: In wenigen Tagen dürfe er raus aus der Quarantäne, sagt Machard. Dann hofft er, seine Freiheit wiederzubekommen.

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