Offener Brief von Oberbürgermeister Horn

Brandbrief aus Freiburg fordert Unterstützung bei Impfangebot

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Finanzielle und materielle Unterstützung für den Ausbau von Impfangeboten, darum geht es in dem offenen Brief von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn an Sozialminister Lucha.

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn hat wegen der Engpässe bei den Corona-Impfungen einen Brandbrief an den baden-württembergischen Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) geschrieben. Seit der Freigabe der Auffrischungsimpfungen für alle Personen seien die Praxen der niedergelassenen Ärzte und mobilen Impfteams stark überlastet, heißt es in dem Brief. Darüber hinaus erwarte man schon bald die Zulassungsempfehlung für die Impfung der Fünf- bis Elfjährigen von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Nach der Schließung der Kreisimpfzentren geraten demnach die mobilen Impfteams an ihre Grenzen, Impfwillige müssten teilweise mehrere Stunden in langen Schlangen warten.

Spontaner Impftag im Freiburger Impfzentrum. (Foto: SWR)

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus Freiburg und dem Umland

In einem offenen Brief vom Donnerstag wendet sich Oberbürgermeister Martin Horn gemeinsam mit Professor Frederik Wenz, dem ärztlichen Direktor der Uniklinik in Freiburg, Dorothea Störr-Ritter, Landrätin des Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und dem Emmendinger Landrat Hanno Hurth an Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha.

Die vier Verfasserinnen und Verfasser des Briefes bitten Sozialminister Manfred Lucha dringend um Unterstützung, um den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin schnell effektive Impfangebote unterbreiten zu können. Vom Land sollten hierfür die erforderlichen finanziellen und materiellen Ressourcen sowie die erforderliche IT-Ausstattung zur Verfügung gestellt werden, ohne die die Anzahl der Impfungen nicht erhöht werden könne.

Viele Ungeimpfte möchten nun doch Impfangebot wahrnehmen

Durch die Ausrufung der Alarmstufe und den damit einhergehenden Einschränkungen entschließen sich viele bislang ungeimpfte Personen nun doch zu einer Impfung, heißt es in dem Brief. Dazu kämen die angeordneten Booster-Impfungen der bereits Geimpften. Um möglichst schnell ein ausreichendes Angebot machen zu können, sei eine gemeinsame Anstrengung notwendig.

Darüber hinaus wird in dem Brief die dringende Bitte ausgesprochen, weitere Impfstützpunkte zu eröffnen. Der Einsatz der mobilen Impfteams in der Fläche werde weiterhin vorbildlich von den Hilfsorganisationen unterstützt. In diesem Punkt wird für die weitere Planungssicherheit eine gemeinsame Aussage in Kooperation mit dem Innenministerium gewünscht, damit die Kraftanstrengung für eine leistungsfähige zentrale sowie mobile Impf-Infrastruktur Erfolg haben kann.

Oberbürgermeister von Weil am Rhein fordert erneute Impf-Infrastruktur

Der Oberbürgermeister von Weil am Rhein, Wolfgang Dietz, fordert vom Land eine erneute Impf-Infrastruktur. Nach den Schließungen der Kreisimpfzentren sei das nun notwendig, sagte er auf SWR-Nachfrage.

"Wir haben angeboten, in einem gewissen Rhythmus solche Impfaktionen durchzuführen. Details müssen mit dem Land besprochen werden."

Er sagte weiter, dass die Städte in die Lage versetzt werden sollen, dicht an den Bürgern zu sein. Damit meint Dietz sowohl finanziell als auch von den Impfdosen und von der Strukturierung her. "Wir können das", so Dietz.

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