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An der Uni Freiburg ist es Wissenschaftlern gelungen, Moose im Bioreaktor zu züchten. Ein großer Erfolg. Denn für den Gemüseanbau werden Unmengen an Torf benötigt und das beschleunigt den Klimawandel.

Torf ist unersetzlich für den Gemüseanbau. Doch ein wirtschaftlicher Anbau, der Moore schonen würde, ist im Moment unmöglich: es mangelt an Saatgut. Die Arbeitsgruppe der Universität Freiburg konnte jetzt in Versuchen ein spezielles Torfmoos im Bioreaktor entwickeln. Aus ihm wird eine Art "Supertorf" gezüchtet, welcher in der freien Natur fünfzig bis hundert Mal schneller wächst als andere Torfmoose.

Wichtiger Beitrag zur Rettung der Moore

Ralf Reski von der Pflanzen-Biotechnologie ist mit seiner Forschung ein wichtiger Schritt gelungen. Das Ziel ist, die Moore - ein wichtiger CO2-Speicher - zu retten. "In der Praxis geht es darum, einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten." Man versuche, eine nachhaltige Alternative für die Torfgewinnung zu entwickeln. Weil Moore in Deutschland unter Naturschutz stehen, weichen die Hersteller ins Baltikum und nach Sibirien aus. "Der Bedarf an Torf ist enorm", sagt Forscher Ralf Reski.

Abgeerntete Moore sind für immer zerstört

Denn Torf ist optimal, um viele Arten von Setzlingen anzuziehen - ob für Blumen, Gemüse oder Salate - sie alle sprießen meistens auf Torf. Doch in der freien Natur wächst dieser sehr langsam: gerade mal einen Zentimeter pro Jahr. Und wenn ein Moor abgetorft, also abgeerntet ist, wächst es nicht mehr nach. In Deutschland ist der Abbau von Torf weitgehend verboten und die Abbau-Unternehmen weichen nach Osteuropa aus. Die Ergebnisse der Freiburger Forscher könnten ein Meilenstein beim Torfanbau sein.

"Wir wollen helfen, dass die Moose schneller anwachsen und genau ausrechnen wie teuer der gesamte Prozess ist, damit es sich wirklich lohnt für große Torfwerke."

Ralf Reski, Universität Freiburg

"MOOSzucht" heißt das Projekt an dem die Universitäten Freiburg und Greifswald sowie das Karlsruher Institut für Technologie KIT beteiligt sind. Seit drei Jahren läuft das Projekt zur Moorforschung, das nach einem Beschluss des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Ein weiteres Jahr hat das Ministerium jetzt bewilligt.

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