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Die wirklich glorreichen Zeiten des EHC Freiburg sind schon lange her. 2004 spielten die Freiburger zuletzt in der höchsten deutschen Eishockeyliga. Ein Spieler stach heraus damals: Dany Bousquet machte in der Saison mehr Tore als fast jeder andere Spieler in der Liga. Und heute?

Was macht ein ehemaliger Eishockey-Profispieler des EHC Freiburg heutzutage - in seinem Leben nach dem Profisport? Der 47-jährige Kanadier Dany Bousquet bringt die Post ins Freiburger Umland. Wenn er abliefert, rutscht die Post ganz geschmeidig in den Kasten - fast so wie früher der Puck ins Tor.

"A-O-E – Dany Bousquet" - so ging der Schlachtruf damals und auch noch, wenn er heute als Zuschauer ins Freiburger Eisstadion kommt. Es war halt eine besondere Zeit, vor allem für den kanadischen Profi. Klingt ein bisschen nach der Geschichte: Vom Millionär zum Tellerwäscher - aber seiner Meinung nach ist das ist völliger Quatsch. Das mit dem Millionär sowieso. Und das mit dem Tellerwäscher passt auch nicht. Klar gab's auch mal andere Träume in seinem Leben. Dafür hätte sich seine Eishockey-Karriere allerdings mindestens eine Etage weiter oben abspielen müssen.

Bousquet hinterlässt Spuren - auch in der Hall of Fame

Bei seinen vielen Eishockey-Stationen hat er aber fast immer einen besonderen Eindruck hinterlassen. In den USA ist er dafür letztes Jahr geehrt worden. Er wurde in der ECHL Hall of Fame aufgenommen. Also in der Ruhmeshalle der Legenden. Für die Ehrung ist die ganze Familie in die USA eingeladen worden.

In der March bekannt als fröhlicher Postbote

Davon weiß in der March natürlich fast niemand. Bekannt ist er hier als fröhlicher Postbote mit seiner aufgeschlossenen Art. Bei kaltem Wetter wurde er von den Postkunden gerne mal auf einen Kaffee eingeladen, das ist jetzt leider in den Corona-Zeiten nicht mehr der Fall. Da ist auch keine Zeit mehr für freundliche Plaudereien. Das kommt hoffentlich wieder und schnelle Wechsel-Absichten, wie in seiner Eishockey-Karriere gibt es auch nicht.

"Gelandet" - Lebensgefühl nach dem Profisport

Er könnte zwar als Trainer arbeiten, aber möchte seiner Familie nicht die damit verbundenen Ortswechsel zumuten. Er ist zufrieden, genießt die Arbeit an der frischen Luft und fühlt sich "gelandet", hier wo er nun ist. Oder wie Fußballtrainer-Legende Dragoslav Stepanovic gesagt hätte: "Das Leben geht weiter!"

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