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Herzrasen, Todesangst, Schweißausbrüche: Panikattacken sind eine Qual für Betroffene. Die Panik-App soll eine Art Soforthilfe bieten. Alles, was man dafür braucht, ist ein Smartphone.

Wir sollen sie Monika nennen. Ihren richtigen Namen möchte sie nicht nennen. Seit drei Jahren leidet sie unter Panik-Attacken. Wenn es richtig schlimm ist, berichtet sie, "dann ist das wirklich so: man denkt man stirbt und alles setzt aus. Man ist wirklich nicht handlungsfähig und hat natürlich Angst."

Inzwischen hilft ihr die Panik-App

Seit einiger Zeit hilft Monika eine App auf ihrem Handy, wenn sie eine Panik-Attacke bekommt. Die App misst ihren Herzrhythmus und gibt ihr Anweisungen für Atemübungen – auf diese Weise kommt sie in wenigen Minuten von der Panik-Attacke wieder runter. Die in Freiburg lebende Ingenieurin für Medizin-Technik, Sara Lozano-Zahonero, hat die App entwickelt. Zwei Jahre lang hat sie getüftelt, damit die App den Betroffenen individuell helfen kann. Dabei nutzt die App die Technik des Handys.

Mikrofon, Kamera und Blitz des Handys werden eingesetzt

Monika legt ihren Finger auf die Handy-Kamera und den Blitz ihres Handys: der Herzrhythmus wird gemessen. Danach werden die Atemübungen individuell angepasst. Monika pustet ins Mikrofon des Handys. Die App registriert genau, wie ruhig die Atmung läuft. Danach wird wieder die Herzfrequenz gemessen. So geht das mehrere Male. Monika kommt wieder zur Ruhe. Die App kann damit eine echte Hilfe für Betroffene sein, sagt die Psychiaterin Sybille Donneberg, die Sara Lozano-Zahonero Hinweise und Tipps bei der Entwicklung gegeben hat.

App hat betroffener Frau schon mehrfach geholfen

Patientin Monika hat die App schon mehrfach bei akuten Panik-Attacken angewendet. Mit Erfolg, sagt sie: "Einfach weil ich weiß, die ist immer da, egal ob es jetzt 3:00 Uhr morgens ist oder kurz vor einer Telefonkonferenz oder was auch immer am Tag so ansteht. Man braucht vielleicht einfach mal kurz etwas, um sich zu beruhigen und - Atmung." Eine Gesprächstherapie kann die App sicher nicht ersetzen, aber Monika ist froh, sie für den Fall einer Panik-Attacke immer parat zu haben.

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