Eschenblätter

Kampf gegen Eschentriebsterben

Freiburger Baum-Forscher suchen widerstandsfähige Super-Esche

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AUTOR/IN
Viola Maury
ONLINEFASSUNG
Ulrike Liszkowski

Eschen galten als klimaresistente Zukunftsbäume, bis ein eingeschleppter Pilz sie deutschlandweit tötete. Aber manche trotzen dem Pilz. Solche Super-Eschen werden nun gesucht.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sucht bundesweit Eschen, die besser als andere gegen das Eschensterben gewappnet sind. Aber die völlig resistente "Super-Esche" hat sie noch nicht gefunden. Deshalb hat die FVA einen Aufruf gestartet, gesund aussehende Bäume zu melden.

Wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Solche Bäume, die im direkten Umfeld stark erkrankter oder absterbender Eschen herausstechen, wurden etwa am Kaiserstuhl gesichtet. Dort suchen die beiden Projektleiter der Forstlichen Versuchsanstalt nun in einem Waldstück nach einer Super-Eschen-Kandidatin. Ihr Blick ist nach oben in die dichte Baumkrone gerichtet.

"Der Baum könnte auf jeden Fall Potenzial haben. Den müssten wir auf jeden Fall genauer anschauen. Also auch in dem Bestand gibt es noch einzelne Hoffnungsträger."

Widerstandsfähigkeit gegen den Pilz könnte vererbbar sein

Junge Eschen in Zuchttöpfen
Mit Hilfe von Forstrevierleitenden und Interessierten landesweit wurden schon rund 150 nahezu gesunde Exemplare gefunden und geklont.

Hoffnungsträger zeigen nur wenige oder am besten gar keine Symptome des Eschensterbens. Rund 150 solcher Bäume haben sie bereits im vergangenen Jahr gefunden und daraus junge Eschen geklont, die bei der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg jetzt gezielt dem ostasiatischen Pilz ausgesetzt werden.

Denn die Beobachtung zeigt, dass einzelne Individuen mit der Infektion besser zurechtkommen als andere. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Eigenschaft einzelner Bäume genetische Ursachen hat, die vererbbar sind - also an die Folgegeneration weitergegeben werden können.

Kann die "Super-Esche" die Baumart langfristig retten?

"Wir wollen herausfinden, ob tatsächlich in den genetischen Eigenschaften der Bäume was drinsteckt, das dazu führt, dass gewisse Bäume besser dastehen als andere. Oder ob es doch standörtliche Eigenschaften sind."

Mitte September wird es erste Ergebnisse geben, ob die jungen Eschen tatsächlich genetisch resistenter gegen den ostasiatischen Pilz sind als andere. Damit hätten sie das Zeug dazu, die Esche zu retten.

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Ulrike Liszkowski