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In Freiburg haben sich umwelt- und sozialengagierte Gruppen getroffen. Sie wollten konkrete Lösungen erarbeiten zur Bewältigung der Klimakrise.

Von Fridays For Future über den Bund für Umwelt und Naturschutz bis hin zum Freiburger Mietenbündnis: Rund hundert engagierte Menschen aus unterschiedlichen Gruppen haben sich in Merzhausen bei Freiburg zusammengefunden, um etwas gegen die Klimakrise tun.

Zu dem Barcamp, einer Art Ideenschmide für sozial gerechte Zukunftslösungen, ist auch Mascha Klein gekommen: "Handeln in der Verzweiflung: Ich denke, man sollte versuchen was geht. Ob man noch irgendwas für Kinder und Enkel retten kann." So sieht es auch Tobias Kurzeder von der Initiative "Freiburg macht Zukunft", die das Barcamp organisiert hat: "Wir sind nun mal auf unserer Erde begrenzt. Wenn wir das nicht akzeptieren, dann rennen wir halt gegen die Wand - und diese Wand ist nicht mehr so wahnsinnig weit entfernt. Aber nichts zu versuchen ist keine Option! Unser Ziel: Wir müssen in eine ernsthafte Krisenbearbeitung rein."

Vernetzen und Kräfte bündeln für höhere Schlagkraft

Es gehe deshalb darum, sich zu vernetzen, Kräfte zu bündeln und so die Schlagkraft zu erhöhen. Beackert wurden die Themen Verkehr, Energie, Wohnen, Landschafts- und Naturschutz. In allen Bereichen brauche es einen grundlegenden Wandel mit deutlich mehr Tempo. Auch der Gründer des Freiburger Ökoinstituts Rainer Grießhammer, der als Gastredner geladen war, warnte vor einem "weiter so".

"Gerade wenn man die Klimaerhitzung anschaut, muss alles viel schneller gehen."

Der Träger des Deutschen Umweltpreises kritisiert die Behäbigkeit der Menschen und vor allem auch der Politik. Wenn engagierte Gruppen, wie jetzt in Freiburg, Druck ausübten, könne aber etwas in Gang gesetzt werden: "Die Politik bewegt sich dann, wenn auf den unteren Ebenen wirklich viel läuft. Vor allem, wenn in den Kommunen viel passiert, wenn die Politik den Druck spürt für eine andere Politik, dann wird sie dem auch folgen."

Beim Freiburger Barcamp wurden viele Projekte angedacht

Rettungsaktionen für ein Waldstück, das einer Wohnbebauung im Weg steht, Veranstaltungen, um die Bundestagswahl zu einer Klimawahl zu machen oder auch ein Bürgerentscheid zur Klimaneutralität. Mascha Klein freut sich auf sogenannte Klima-Tisch-Aktionen an vielbefahrenen Straßen in Freiburg und dem Umland: "Wir wollen das Klimathema auf die Straße bringen. Die Straße soll für Autos gesperrt werden. Wir laden verschiedene Gruppen und Anwohner ein und möchten zeigen, dass es auch Leben auf der Straße geben kann ohne Autos."

Auftakt im Kampf um mehr Klimagerechtigkeit

Viele Ideen, viele Kontakte: für Tobias Kurzeder vom Orgateam hat sich die Veranstaltung gelohnt. Allerdings: "Die große Transformation, der Wandel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist kein Sprint. Das ist nicht in einer Tagesveranstaltung getan, das ist ein Dauerlauf oder ein Marathon." Und so war das Barcamp in Merzhausen nur der Auftakt im Kampf um mehr Klimagerechtigkeit in der Zukunft.

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