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Einfacher Kontakte nachverfolgen, schnellere Rückkehr zum gesellschaftlichen Leben - mit der Luca-App verbinden Kommunen und Einzelhandel viele Hoffnungen. Zwei Wochen ist es her, dass das Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald als Pilot für die Testphase der App ausgesucht wurde.

Susanne Atila arbeitet als Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft "z‘Friburg in der Stadt". Sie hat viel Kontakt zu Einzelhändlern und Gewerbetreibenden in der Freiburger Innenstadt und weiß genau, wie diese die Luca-App angenommen haben: "Nach ersten Anfangsschwierigkeiten bis die App installiert war, wird sie doch jetzt sehr gut bei den Geschäften angeboten. Was jetzt einfach die Rückmeldung ist, dass viele Kunden die Luca-App noch nicht kennen. Also daran scheitert es jetzt im Moment eher."

Achim Geigle, Digitalfacharbeiter bei der Fahrschule Fiek aus Freiburg, hat da eine einfache Lösung. Er erklärt den Kunden, wie das mit der App funktioniert. Bei ihm ist sie seit rund zwei Wochen im Einsatz. "Jeder Kunde, jeder Besucher, der bei uns in die Büros kommt, wird dazu aufgefordert die App zu installieren. Der eine oder andere braucht da eine kleine technische Nachhilfe, aber ich kann sagen, dass die Resonanz bei unseren Kunden durchweg positiv ist. Es gibt da eine sehr große Einsicht in die Notwendigkeit, dass man eine vernünftige Kontaktverfolgung betreiben muss. Und ich glaube, dass es erstens ein gutes Werkzeug ist und zumindest von unseren Kunden sehr, sehr gut angenommen wird."

Jeder, der die App auf dem Smartphone installiert, kann beim Betreten eines Restaurants, Ladens oder Museums einfach den dortigen QR-Code abscannen und erlaubt der App damit, die Verweildauer zu registrieren. So ist klar, wer sich wie lange, wo aufgehalten hat. Erkrankt man an Corona wird das Gesundheitsamt wie bisher informiert. Die Behörde nimmt dann Kontakt mit der infizierten Person auf und diese kann dann dem Amt mittels einer Tan-Nummer die Liste der besuchten Orte freigeben.

Damit das reibungslos funktioniert, musste das Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald aber erstmal eine Schnittstelle schaffen zwischen dem Kontaktpersonen-Managmentsystem des Gesundheitsamts, genannt "Sormas" und dem Luca-App-System. Manfred Kocher, Pressesprecher des Gesundheitsamts: "Also nachdem wir die technischen Voraussetzungen für die Anwendung des Luca-Systems in unser gesundsheitsseitiges Sorma-System sichergestellt hatten, hat der private Betreiber der Luca-App die Postleitzahlen für das Gebiet der Stadt Freiburg und für alle Gemeinden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald freigeschaltet, damit sich die Betreiber, aber auch die Bürgerinnen und Bürger die App downloaden und in dem System anmelden können."

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Freiburg gelten damit offiziell als Pilot-Testregion. Das habe Vorteile "für den Landkreis - und weil wir Pilot waren, war das jetzt kostenfrei. Es laufen aber unseres Wissens Verhandlungen auf Bundes- und Landesebene wie dann die Kostentragung aufgeteilt werden soll. Für uns entstehen jetzt aber erst mal keine Kosten", sagt Christian Gross, Prokurist bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Er sieht die Luca-App als eine Chance. Er weiß aber auch, dass sie noch viele Fragen aufwirft. Zum Beispiel diese: "Die Frage ist, was ist mit Gästen, die in ein Restaurant kommen und selber über kein Smartphone verfügen und somit die App nicht heruntergeladen haben. Wie können diese Gäste erfasst werden?"

Um auf diese Fragen zu antworten, veranstaltet die Hochschwarzwald Tourismus GmbH demnächst eine Infoveranstaltung für Gastronomen und Hoteliers. Ziel ist, dass die Luca-App bald flächendeckend zum Einsatz kommen kann.

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