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Nach Vorfällen in Düsseldorf und Frankfurt sorgt jetzt auch in Freiburg ein fragwürdiger Polizeieinsatz für Diskussionen. Der Vorfall hatte sich bereits am Sonntag ereignet. Jetzt sorgt ein Amateur-Video im Netz für Furore.

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Das Amateur-Video wurde im sozialen Netzwerk Instagram bereits über 30.000 Mal geteilt. Es spielt Sonntagnacht gegen 1 Uhr auf dem zentralen Platz der alten Synagoge in Freiburg. In dem Film ist zu sehen, wie zwei große, kräftige Polizisten die 20-jährige Sayuri Gonzales laut ansprechen, hart anpacken, auf den Boden pressen und ihre Arme hinter dem Rücken verschränken.

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Zuvor hatten die Polizisten um ihren Ausweis gebeten. Die Auszubildende mit kolumbianischen Wurzeln hatte nach eigenen Angaben gesagt, sie gebe den Ausweis erst raus, wenn die Polizisten mit ihr normal redeten. Danach versuchte sie sich zu befreien.

Baden-Württembergs Polizeipräsidentin: Keine Ahnhaltspunkte für unverhältnismäßiges Handeln

Baden-Württembergs Polizeipräsidentin Stefanie Hinz sprach in einer ersten Reaktion von "keinen schönen Bildern". Am Dienstagabend sagte sie dem SWR, man habe die Kollegen um eine Stellungnahme gebeten. Bisher habe sie noch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Polizisten unverhältnismäßig gehandelt haben könnten. Man bilde die Polizisten aus, dass sie "cool bleiben und dass sie auch in solchen Situationen die Kommunikation suchen und deeskalierend wirken". Auf der anderen Seite müsse man ab einem gewissen Punkt "klare Grenzen aufzeigen".

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Polizei Freiburg: Frau erhielt Platzverweis

Die Freiburger Polizei hat am Dienstag den Sachverhalt aus ihrer Sicht erklärt. Demnach habe die junge Frau, gemeinsam mit anderen jungen Leuten, laute Trinkspiele auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg veranstaltet. Bis zu fünfmal, so die Polizei, hätten Beamte die Gruppe aufgefordert leiser zu sein. Weil die junge Frau ihren Ausweis nicht vorzeigen wollte, habe sie einen Platzverweis bekommen, unter anderem wegen Ruhestörung und der Missachtung der Corona-Regeln. Sie sei aber auf dem Platz geblieben. Als zwei Polizisten gegen 2:30 Uhr die 20-Jährige am Arm packten, habe sie versucht sich loszureißen. Dabei sei sie zu Fall gekommen.

Nun soll ein Gespräch mit der Betroffenen selbst erfolgen. Außerdem bittet Polizeipräsidentin Stefanie Hinz: "Wer Videos von dem Vorfall gemacht hat, soll diese den Beamten zur Verfügung stellen."

Neue Polizeipräsidentin bei SWR1 Leute

Audio zur Sendung | 18.8.2020 Stefanie Hinz | Landespolizeipräsidentin

Rassismusvorwürfe gegen die Polizei. Angriffe auf Polizisten bei Stuttgarter Gewaltorgie. Corona-Demonstrationen in Baden-Württemberg ohne Maske und Mindestabstand. Das sind einige der Themen, um die es gehen wird, wenn Stefanie Hinz zu Gast ist. Stefanie Hinz ist seit Anfang Januar die Landespolizeipräsidentin und damit die erste Frau in Baden-Württemberg, die diese Aufgabe übertragen bekommen hat. Die promovierte Juristin arbeitete davor beim Regierungspräsidium Stuttgart, beim Innenministerium und beim baden-württembergischen Städtetag.  mehr...

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