Ehrenamtliche und Handwerker stehen auf der Baustelle am Tannheimer Freibad (Foto: Daniela Murawski)

Sanierungsarbeiten dauern an

Freibad Tannheim bleibt den restlichen Sommer geschlossen

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Nach zwei Jahren Pandemie hatten sich die Menschen in Tannheim auf ihr Freibad gefreut. Doch gestiegene Baukosten und Probleme bei der Materialbeschaffung kamen dazwischen.

Wegen unkalkulierbarer Baukosten und Lieferproblemen von Material, muss das Freibad in Tannheim weiter zu bleiben, auch für den Rest des Sommers. Heiß war der diejährige Sommer bisher. Da hätte eine Abkühlung im Freibad gut getan. Doch in Tannheim, einem Ortsteil von Villingen-Schwenningen war das in diesem Sommer nicht möglich. Das Freibad musste geschlossen bleiben. Ulrich Murawski vom Förderverein Freibad Tannheim erklärt, warum die Tannheimer auch weiterhin auf dem Trockenen sitzen.

Das komlpette Gespräch zwischen SWR4-Moderator Freddy Kunzelmann und Ulrich Murawski vom Förderverein Freibad Tannheim zum Nachhören:

Warum ist es Ihnen nicht gelungen, das Bad im Sommer zu öffnen?

Ulrich Murawski: "Wir sind momentan in umfangreichen Umbaumaßnahmen - wir sanieren das Becken mit neuer Technik und neuem Beckenbelag. Da waren wir sehr gut in der Zeit und dann haben uns natürlich diese ganzen Situationen außen herum eingeholt, der Krieg, vergangenes Jahr schon die Teuerungen von Baumaterialien und natürlich die Lieferschwierigkeiten und -engpässe des Materials. Das hat uns einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Damit war es uns nicht mehr möglich in diesen Sommerferien unser schönes Freibad zu öffnen."

Der Förderverein hat das Schwimmbad 2005 übernommen als die Stadt es schließen wollte. Seit 2020 ist das Bad aber zu. Wegen Corona und weil es saniert werden musste. Sie haben es angesprochen: Das Geld für den notwendigen Umbau und die Sanierung konnten sie aber zusammenkratzen. Wie haben Sie das geschafft?

"Über die ganzen Jahre, seit 2005, waren meine ganzen Vorgänger von der Vorstandschaft Freibad unterwegs und haben immer überall Gelder eingesammelt. Außerdem noch Spenden und den Erlös aus unserem Kiosk. Und dadurch hatten wir eine beträchtliche sechsstellige Summe zusammengespart. So war es dann auch möglich, dass wir unsere Freibadsanierung starten konnten."

Über welche Summe sprechen wir?

"Also die gesamte Sanierungssumme, da sprechen wir von 600.000 bis 700.000 Euro, die wir jetzt investieren."

Diesen Sommer hat es nicht geklappt, das Bad bleibt zu. Wie wird es weitergehen? Die Öffnung nach der Sanierung im kommenden Jahr sollte doch klappen?

"Die sollte auf jeden Fall klappen. Es waren jetzt natürlich noch Handwerkerferien, aber wir sind auch gestern und heute fleißig dran, einfach jeden Tag ein Stück weiter das Bad fertig zu stellen. Es sollte im kommenden Frühjahr tatsächlich auch so weit sein, dass wir die Tore wieder öffnen können und einen ganz normalen Badebetrieb haben werden."

Auch ein in die Jahre gekommenes Hallenbad in Schwenningen wurde geschlossen. Es ist derzeit nicht gut bestellt um die Bädersituation in Villingen-Schwenningen - stimmt das?

"Das ist so. Das ist auch ganz schlecht für unsere Kinder und unsere Jugend. Wir haben es die letzten Wochen leider immer wieder mitbekommen, wie viele Kinder verunglücken. Das zeigt einfach, dass es diese Bäder braucht. Zum Schwimmen lernen, aber auch als Treffpunkt, um Spaß zu haben, was ganz wichtig ist. Und das hat ja die lange Corona-Zeit auch gezeigt, was das mit einem machen kann."

Es gab auch in anderen Städten, zum Beispiel in Staufen oder in Waldshut-Tiengen, Widerstand gegen die geplante Schließung des Freibads. Warum gibt es so oft die Überlegung Schwimmbäder dicht zu machen? Stehen die Kosten im Vordergrund und werden andere Gesichtspunkte ausgeklammert?

"Meiner Meinung nach stehen die Kostenfaktoren im Vordergrund. Das andere wird nicht berücksichtigt - wie wichtig das eigentlich ist für die Gesellschaft und die Entwicklung unserer Kinder. Also ich habe erst diese Woche wieder einen Bericht in der Zeitung gelesen, dass, wenn man das Hallenbad hier in Villingen aufmacht, dann müsste man, glaube ich, eigentlich einen Tageseintritt von 32 Euro verlangen, damit es rentabel ist. Also, dann kann es bloß das Geld sein.."

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