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Um den Wald der Zukunft zu definieren und unsere vorhandenen Wälder zu schützen, hat das Land Baden-Württemberg eine Wald-Strategie erarbeitet. Bei einem Forum in Freiburg wurde das Konzept jetzt vorgestellt.

Ein Trendbegriff der letzten Jahre ist das "Waldbaden". Früher hieß das schlicht "Waldspaziergang". Gemeint ist aber mit beiden Begriffen dasselbe: Kraft tanken und Ruhe finden in der Natur. Das könnte in Zukunft aber schwieriger werden, denn unseren Wäldern geht es nicht gut. Das sich verändernde Klima zeigt sich in sehr trockenen Sommern und viele Baumarten kommen damit nicht klar.

Rückzugsort Wald ist in Gefahr - der Klimawandel läuft

Mal eben ins Grüne fahren, die Seele baumeln lassen, frische Luft ganz tief einatmen und zur Ruhe kommen - in Corona-Zeiten haben viele Menschen den Wald wieder für sich entdeckt. Aber unser Rückzugsort Wald ist in Gefahr: Der Klimawandel läuft. Und er läuft ohne unser Zutun ab. "Das Wetter von heute sind die Ergebnisse unseres Handeln von vor 20 Jahren", sagte Forstminister Peter Hauk (CDU) am Donnerstag in Freiburg.

Land Baden-Württemberg will Wälder fit machen für Klimawandel

Mit der Waldstrategie Baden-Württemberg sollen unsere Wälder fit für die Zukunft gemacht werden, so Hauk: "Unsere Zielsetzung ist, dass wir Wälder erhalten, dass wir Wald-Gesellschaften erhalten und dass wir die Funktionsfähigkeit der Wälder erhalten. Den Bodenschutz, die Möglichkeit sich zu erholen, die Wasserspeicher-Funktion, das Klima."

45 Prozent der Wälder im Land gelten als deutlich geschädigt

Der Wald soll durch gutes Wald-Management erhalten, die Kommunikation und Vernetzung aller Beteiligten verbessert werden: Die Aufgabe ist riesig. Denn etwa 45 Prozent der Wälder im Land gelten als deutlich geschädigt. Und das komplexe System Wald kommt nur schwer mit plötzlichen Veränderungen klar. Bäume, die jahrzehntelang mit genügend Wasser versorgt wurden, können sich nur schwer auf plötzliche Dürre einstellen und leiden schwer darunter.

Der Wald der Zukunft wird ein anderer sein, als der, den wir heute kennen

Davon ist Ulrich Schraml, der Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg, überzeugt: "Die Wälder, die wir zukünftig haben, bestehen im Idealfall aus vielen Bäumen. Wir freuen uns, wenn da drei, vier, fünf Baumarten auf einer Fläche sind, damit wir das Risiko, wenn Baumarten von Pilzen angegriffen werden oder von Käfern angegriffen werden oder weil die Trockenheit zuschlägt, auf verschiedene Baumarten verteilen.

30 Millionen Euro für funktionierende Wald-Strategie der Zukunft

In den nächsten Jahren sollen laut Forstminister Hauk rund 30 Millionen Euro investiert werden, um die ersten Schritte zu einer funktionierenden Wald-Strategie zu gehen. Daraus soll sich ein stetiger Prozess entwickeln, um auch nachfolgenden Generationen einen Wald zu erhalten. Denn, das sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einem Grußwort, der Wald sei "der größte Schatz, den wir haben".

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