Grüne Glasflasche von oben. (Foto: SWR, Charlotte Schönberger)

Krieg in der Ukraine sorgt für Glasmangel

Viel Wein, zu wenig Flaschenglas? Kaiserstühler Winzer in Sorge

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Charlotte Schönberger
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Anita Westrup

Folge des Ukraine Krieges: Einigen Kaiserstühler Winzern gehen die Glasflaschen aus und der Großhandel kann sich vor Anfragen kaum retten.

Sie sind begehrt in diesen Tagen: Flaschen aus Glas. Bei der Winzergenossenschaft in Oberbergen am Kaiserstuhl muss gerechnet werden: Reichen die Flaschen, um die aktuellen Weine abzufüllen? Kellermeister und Geschäftsführer sind besorgt.

Burgunderflaschen fehlen in der Oberbergener Winzergenossenschaft

"Unsere Burgunderflaschen, die wir seit Jahren eingeführt haben, sind nicht mehr auf dem Markt", berichtet Erwin Vogel, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Oberbergen. Das Problem dabei: Die Burgunderreihe wird am Kaiserstuhl am meisten angebaut. Um alle Weine abfüllen zu können, braucht die WG Oberbergen im Schnitt vier Millionen Flaschen im Jahr.

"Ich kann den Wein halt nun mal nicht in die Hosentasche füllen. Er muss schon abgefüllt werden in die Flasche."

Erwin Vogel von der Winzergenossenschaft Oberbergen begutachtet eine Weinflasche. (Foto: SWR, Charlotte Schönberger)
Erwin Vogel von der Winzergenossenschaft Oberbergen begutachtet eine Weinflasche. Charlotte Schönberger

Krieg in der Ukraine sorgt für Flaschenknappheit

Grund für den Glasmangel ist der russische Krieg in der Ukraine. Viele Glasflaschen für den europäischen Markt kamen bislang aus Glashütten aus Russland und der Ukraine. Hinzu kommen die steigenden Kosten für Gas und Öl. Die Glasproduktion ist sehr energieintensiv. Das heißt: Die Ware ist knapp, die Preise hoch. Das macht sich auch beim Flaschengroßhandel Zimber in Müllheim (Landkreis Breigau-Hochschwarzwald) bemerkbar, einer der größten Flaschenlieferanten in Deutschland: 300.000 Flaschen werden pro Tag vom Hof gefahren. "Die Flaschen sind am Morgen gekommen. Die werden am Abend wieder weg sein", sagt Willi Zimber vom Flaschengroßhandel.

Die Nachfrage beim Müllheimer Flaschengroßhandel Zimber ist groß. (Foto: SWR, Charlotte Schönberger)
Die Nachfrage beim Müllheimer Flaschengroßhandel Zimber ist groß. Charlotte Schönberger

Leere Flaschen sind sehr gefragt und daher teuer

Täglich kommen neue Anfragen aus dem Elsass und aus der Schweiz. Neukunden muss Willi Zimber absagen. Er ist froh, wenn er seine aktuellen Kunden beliefern kann. "Wir haben Preissteigerung im Glas, Probleme bei der Beschaffung bei gewissen Flaschen, wir haben gerade eine extrem angespannte Situation und ich nehme an, dass sich das noch zuspitzt in den nächsten Tag."

Preisanstieg bei den Flaschen

Die höheren Preise muss er an seine Kunden weitergeben: unter anderem an die Winzergenossenschaften. Die müssten die Preise für die Flasche Wein eigentlich auch erhöhen. Lebensmittelketten würden die Preise zusätzlich drücken. Viel bleibe dann nicht mehr übrig für die Winzergenossenschaften und die Erzeuger. Erwin Vogel hofft auf bessere Zeiten und wünscht sich, dass es sich für Winzer auch in 50 Jahren noch lohnt, Wein am Kaiserstuhl anzubauen.

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