Im Kreis Waldshut ist es erneut zu einem Felssturz gekommen. (Foto: Straßenmeisterei Görwihl-Segeten)

Immer wieder Felsstürze im Kreis Waldshut

Südschwarzwald: Verbindungsstraße nach Felssturz wieder frei

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Die Kreisstraße zwischen Tiefenstein und Schildbach (Kreis Waldshut) ist wieder befahrbar. Am Wochenende war ein riesiger Felsbrocken auf die Verbindungsstrecke gestürzt.

Vor wenigen Tagen war ein mannshoher, etwa zehn Kubikmeter großer Felsbrocken auf die Straße gestürzt. Verletzt wurde niemand. Doch die Aufräumarbeiten waren aufwendig.

Der tonnenschwere Felsbrocken musste beseite geschafft werden. Auch die Bäume und Büsche, die weiter oben am Hang nach dem Felssturz ebenfalls abzurutschen drohten, mussten nach Angaben des Landratsamtes beseitigt werden.

Ein Felsbrocken hat sich aus dem Hang gelöst und ist auf die Kreisstraße gestürzt.  (Foto: Straßenmeisterei Görwihl-Segeten)
Ein Felsbrocken hat sich aus dem Hang gelöst und ist auf die Kreisstraße gestürzt. Straßenmeisterei Görwihl-Segeten

Immer wieder Felsstürze im Kreis Waldshut

Im Kreis Waldshut war es zuletzt immer wieder zu Felsstürzen gekommen. Besonders stark betroffen sind das Wehratal, das Albtal und das Schlüchttal. Straßensperrungen in allen drei Tälern gleichzeitig wegen Felsabgängen oder Felssturzgefahr gab es zuletzt im vergangenen Oktober und November.

Wehratal war wochenlang gesperrt

Im Wehratal war im September vergangenen Jahres ein riesiger Felsblock auf die Straße gestürzt. Die Verbindungstraße zwischen Wehr und Todtmoos wurde daraufhin gesperrt und die Felsen gesichert. Im Oktober sollte die Freigabe erfolgen, doch ein Gutachter stellte überraschend weitere Gefahrenstellen fest. Ein 50 Tonnen schwerer Felsbrocken drohte auf die Straße zu stürzen. Die Felsräumarbeiten waren sehr umfangreich. Erst Mitte November wurde die Wehratalstraße für den Verkehr wieder freigegeben.

Felsabgänge auch im Schlüchttal

Ende Oktober vergangenen Jahres kam es auch im Schüchttal zwischen Waldshut-Tiengen und Ühlingen zu einem Felssturz. Die Landstraße 157 durch das Schlüchttal zwischen Witznauer Säge und Riedersteg wurde daraufhin gesperrt. Die Felsen wurden beseitigt und die Wände der Schlucht gesichert. Rund drei Wochen nach dem Felssturz war die Landstraße wieder befahrbar.

Albtal schon seit mehr als sieben Jahren gesperrt

Die Albtalstraße zwischen Görwihl-Tiefenstein und Albbruck-Hohenfels ist nach einem Felssturz seit Pfingsten 2015 gesperrt. Die Kosten für die Sanierung von dem knapp drei Kilometer langen Teilstück werden auf mindestens 20 Millionen Euro geschätzt. Die 170 Jahre alte historische Landstraße führt durch ein Naturschutzgebiet mit Europäischer Bedeutung, was die Sanierung besonders aufwendig und schwierig macht. Anwohner, Bürgermeister und eine Bürgerinitiative kämpfen seit Jahren für die Öffnung der Straße.

Wegen Felssturzgefahr ist die Albtalstraße im Kreis Waldshut gesperrt. (Foto: SWR, Petra Jehle)
Wegen Felssturzgefahr ist die Albtalstraße im Kreis Waldshut gesperrt. Petra Jehle

Warum häufen sich Felsstürze im Kreis Waldshut?

Die Felsstürze in allen drei Tälern würden demselben Muster folgen, sagte Dominik Ehret vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau im Regierungspräsidium Freiburg in einem SWR-Interview vom 31.10.2022. Das Gestein sei grundsätzlich stabil, aber durch externe Einflüsse wie Verwitterungen oder Verwerfungen komme es zu einer Zerlegung des Gesteins. Dann könnten starke Regenschauer, Erschütterungen oder der Wechsel von Frost in der Nacht und Tau am Tag solche Steinschläge auslösen.

Bei den Steinschlägen spielt vor allem Wasser eine große Rolle, weshalb diese vor allem im Frühjahr und Herbst auftreten. Geologe Dominik Ehret erwartet, dass durch den Klimawandel in den Höhenlagen die Felsstürze zunehmen werden, da auch dort im Winter kein Dauerfrost mehr erwartet wird und es immer wieder friert und taut. Hinzu komme immer häufiger Starkregen, was das Risiko von Steinschlägen erhöht.

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SWR