Heizkosten (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Patrick Pleul)

Was tun bei steigenden Heizkosten?

Explodierende Energiepreise verunsichern Freiburger

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Die Preise für Gas und Heizöl explodieren. Experten rechnen zum Jahresanfang mit Preiserhöhungen. Die Menschen sind verunsichert.

Die Corona-Pandemie hat die Energiepreise im vergangenen Jahr in den Keller rauschen lassen. Doch seit vergangenem Herbst geht es wieder steil bergauf. Jede zweite Wohnung wird mit Erdgas beheizt. Der Preis für einen Durchschnittshaushalt stieg seit der Corona-Delle von rund fünfeinhalb Cent auf aktuell über sieben Cent pro Kilowattstunde.

Noch stärker ist der Anstieg beim Heizöl. Damit wird etwa jeder vierte Haushalt beheizt. Hier kletterte der Preis seit letztem Oktober von 39 Cent auf jetzt 87 Cent pro Liter. Viele Energieversorger haben bereits deutliche Preiserhöhungen angekündigt. Verbraucher müssen spätestens für nächstes Jahr mit Mehrkosten von mehreren hundert Euro rechnen.

Preisanstieg durch Erholung der Weltwirtschaft

Während der Corona-Lockdowns wurden überall auf der Welt die Industrieproduktionen heruntergefahren, die Energiepreise sanken. Derzeit erholt sich Weltwirtschaft wieder, und das überraschend schnell, sagt Torsten Hock, vom Verband für Energie- und Wasserwirtschaft, Baden-Württemberg.
Hinzu kommt, dass auch die Energieversorger seit diesem Jahr für fossile Brennstoffe CO2-Abgaben zahlen müssen. Die werden sie früher oder später an die Verbraucher weitergeben.

Sparen durch Anbieterwechsel

Wenn der Energieversorger die Preise erhöht, haben Kunden in aller Regel ein Sonderkündigungsrecht. Ein Vertragswechsel kann sich lohnen. Die Auswahl an Anbietern ist groß, vor allem beim Erdgas.

Tipps der Verbraucherzentrale

Sylvia Scheibenberger von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät: "Es empfiehlt sich, dass man Vergleichsportale nutzt, grundsätzlich bitte immer mehrere Portale parallel nutzen. Wählen Sie kurze Kündigungsfristen, schließen Sie den Bonus nicht mit ein, damit wird diese Rangliste verzerrt."

Anbieter ziehen sich aus Portalen zurück

Einige Gasanbieter wie EnBW haben sich derzeit aus den Vergleichsportalen zurückgezogen. Verträge lassen sich nur noch direkt über die Homepage abschließen. Eon bietet aktuell sogar keine neuen Gasverträge an. Wer als Mieter selbst keinen direkten Vertrag mit einem Versorger hat, dem bleibt nur, beim Heizen zu sparen.

Solarthermie-Anlage auf dem Dach (Foto: SWR, SWR -)
SWR -

Für Hausbesitzer, die sich unabhängiger von den Preisschwankungen klimaschädlicher Brennstoffe machen wollen, kann sich zum Heizen eine eigene Solarthermie-Anlage lohnen. Dafür gibt es auch staatliche Fördermittel.

Mieter und Eigentümer aufgepasst So könnt ihr bei den Heizkosten sparen!

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