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Seltene Immundefekte können mit dem erweiterten Screening frühzeitig erkannt werden. Betroffene Babys, die sonst kaum eine Überlebenschance hätten, können so schnell behandelt werden.

Es gibt nichts Schlimmeres für junge Eltern, als wenn sie kurz nach der Geburt erfahren, dass ihr Kind todkrank ist. Doch wenn sie dann von den Ärzten hören, dass ihr Kind gerettet werden kann, weil die Krankheit früh entdeckt wurde, sieht die Sache schon anders aus. Das Baby-Screening kurz nach der Geburt ist seit Jahren eine etablierte Methode um Stoffwechselkrankheiten früh zu erkennen. Seit August letzten Jahres wird bei diesem Screening jetzt auch nach schweren Immundefekten gesucht. Mit Erfolg, wie das Beispiel einer Familie aus Freiburg zeigt.

Freiburger Baby profitiert als eines der ersten Kinder

Der kleine Paul liegt auf einem Behandlungsbett in der Uniklinik Freiburg und strampelt vergnügt. Dabei hatte der vier Monate alte Säugling einen extrem schweren Start in sein Leben. Bei ihm wurde kurz nach der Geburt ein schwerer Immundefekt festgestellt. Für die Eltern Simon und Anne Knipper ein schwerer Schlag. Statt Nestwärme zuhause musste Paul sofort in die Uniklinik Freiburg und endlose Tests über sich ergehen lassen. Paul wirkte zwar ganz gesund, hatte aber diese Abwehrschwäche, die schlimme Folgen hätte haben können, erklärt Oberarzt Carsten Speckmann von der Uniklinik Freiburg.

Dauer

99 Prozent der Kinder in Deutschland werden drei Tage nach der Geburt ein paar Blutstropfen entnommen: das so genannte Baby-Screeening. Dieser frühe Zeitpunkt ist entscheidend, denn je früher Krankheiten entdeckt werden, desto größer die Heilungschancen, so Speckmann. Sieben Wochen nach der Geburt bekam Paul eine Knochenmarkstransplantation. Der Spender war sein Vater. Seitdem wird Paul regelmäßig Blut entnommen, um zu schauen, wie sich sein Immunsystem entwickelt hat.

Paul wird bald wieder gesund

Im Moment sieht es gut aus für Paul. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er bald selbst Immunzellen bildet und somit geheilt ist. Das Baby ist eines der ersten Kinder deutschlandweit, die von dem neuen erweiterten Baby-Screening profitieren. Nach dem anfänglichen Schock, sind die Eltern glücklich, dass dieses Screening noch rechtzeitig für ihren Paul eingeführt wurde. Im September soll Paul in die Kita und ein ganz normales Leben beginnen.

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