Das Polizeipäsidium Freiburg ermittelt gegen einen Polizeibeamten, der Drohungen ausgesprochen haben soll (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Patrick Seeger)

Prüfung dienstrechtlicher Schritte

Mit Erschießung gedroht: Polizei Freiburg ermittelt gegen Polizeibeamten

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In der vergangenen Woche soll ein Polizeibeamter in seiner Freizeit einen 36-jährigen Mann lettischer Staatsangehörigkeit bedroht haben. Jetzt ermittelt die Freiburger Polizei.

Auf den Vorfall rund um Vorwürfe gegen einen Freiburger Polizeibeamten hat zuerst die Antifa aufmerksam gemacht. Der Mann, der bedroht worden sein soll, lebt seit 2014 in Freiburg. Er möchte anonym bleiben. Er berichtet, er sei dort am Samstag vergangener Woche mehreren Männern begegnet, die ihm betrunken vorgekommen seien. Zunächst sollen sie ihm "Ausländer raus"-Parolen hinterhergerufen und ihn etwa eine halbe Stunde verfolgt haben. Ein Mann habe ihm dabei immer wieder mit Erschießung gedroht - so berichtet es der 36-Jährige im Interview mit dem SWR.

Die Drohungen ausgesprochen haben soll ein Polizeibeamter, der mit der Gruppe von Männern privat unterwegs gewesen sein soll. Das Polizeipräsidium Freiburg bestätigte dem SWR auf Nachfrage, dass gegen den Beamten wegen Bedrohung ermittelt werde und dienstrechtliche Schritte geprüft würden. Das Präsidium ermittle demnach auch gegen den 36-Jährigen - und zwar wegen Beleidigung.

Gespräch mit dem Betroffenen

Der SWR hat mit dem 36-jährigen Letten über die Vorwürfe gesprochen. Die Informationen hat Judith Brosel im Gespräch mit SWR-Moderatorin Nadine Zeller zusammengefasst:

Der Mann sagte, er habe bisher nie solche Worte gehört, noch nie habe ihm jemand gedroht, ihn zu erschießen. Auf die Frage, wie es ihm aktuell gehe, sagte er im Interview: "Wenn ich aufstehe, sehe ich das Gesicht des Mannes vor mir, der mir mit Erschießung gedroht hat." Er wolle sich psychologische Hilfe holen.

Wenige Reaktionen von der Polizei

Die Freiburger Polizei hat verhalten auf die Frage des SWR reagiert, warum in der Pressemitteilung nichts über die mutmaßlich rassistischen Äußerungen steht. Die Antwort: "Inhalt und Motivation von Äußerungen sind aktuell Gegenstand der laufenden Ermittlungen." Die Reaktionen seitens der Polizei kann der 36-jährige Betroffene nicht nachvollziehen. Das verstärke für ihn seinen aktuellen Zustand zwischen Angstzuständen und Traurigkeit, sagte er. Er fürchtet, dass so etwas jederzeit wieder passieren könnte.

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