Erinnerungsgraffiti

Staatsschutz ermittelt

Freiburg: Denkmal für verschleppte Kinder beschädigt

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Michèle Kraft
Michèle Kraft

Das Freiburger Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg geraubten Kinder ist beschädigt worden: Das Erinnerungsgraffiti wurde mit weißer Farbe übermalt. Der Staatsschutz ermittelt.

Das Erinnerungsgraffiti für im Zweiten Weltkrieg geraubte Kinder in Freiburg ist mit weißer Farbe übermalt worden. Das Graffiti war auf einer Hauswand im Stadtteil Freiburg-Landwasser zu sehen. Es wurde 2021 vom Verein "Geraubte Kinder - vergessene Kinder e.V." als Gedenken an Kinder errichtet, die im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten verschleppt wurden. Der Staatsschutz ermittelt.

Verein hat Beschädigung angezeigt

Auf dem beschädigten Graffiti sind 27 Kinder zu sehen, die stellvertretend für alle verschleppten Kinder aus der Zeit des Nationalsozialismus stehen. Wer das Graffiti übermalt hat, ist noch unklar. Der Verein geht von einer politisch motivierten Tat aus und hat Anzeige erstattet.

Farbrolle
Der Farbroller ist am Tatort zurückgeblieben und wurde von der Polizei mitgenommen.

Vernichtet. Man hat die Erinnerung der geraubten Kinder an diesem Ort und an dieser Stelle vernichtet.

Der Vorsitzende des Vereins, Christoph Schwarz, ist schockiert. Er hat bei einem Spaziergang mit seiner Frau das übermalte Bild entdeckt und direkt die Polizei gerufen. Diese hat die Beweismittel gesichert und die Ermittlungen an den Staatsschutz weitergegeben.

Christoph Schwarz, Vorsitzender des Vereins "Geraubte Kinder - vergessene Kinder e.V."
Christoph Schwarz, Vorsitzender des Vereins "Geraubte Kinder - vergessene Kinder e.V."

Wie das verschmutze Graffiti vom Verein wiederhergestellt werden kann, ist noch unklar. Der Sachschaden beläuft sich laut Schwarz auf bis zu 6.000 Euro. Diese Summe könne der Verein nicht aufbringen. Er sei auf Spenden angewiesen.

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