Schwaches Erdbeben in der Region Kehl-Straßburg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Rolf Haid)

Größte Erschütterung seit 2004

Erdbeben im BW-Dreiländereck: Viele Betroffene, aber keine Schäden

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Matthias Deggeller

Zwei Erdstöße im Elsass, die auch im Süden Baden-Württembergs wahrnehmbar waren, haben am Samstagabend für Aufregung gesorgt. Schäden gab es keine.

Im Süden von Baden-Württemberg und in den anliegenden Grenzregionen hat am frühen Samstagabend die Erde gebebt. Mehrere Erdbebendienste meldeten zwei Beben der Stärke 4,6 und 2,5. Viele Menschen nahmen die Erschütterung wahr und meldeten sich bei der Polizei und zum Beispiel auch auf den Social-Media-Kanälen des SWR. Entsprechende Suchanfragen schnellten bei Google in die Höhe.

Registrierte Schäden wurden nicht bekannt. Ein Sprecher der Polizei Freiburg sagte dem SWR am Sonntag, dass ihm keine Meldungen darüber vorliegen. Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger hätten allerdings nach den Erschütterungen am Samstag bei der Polizei angerufen.

"Hallo. Haben hier in Efringen-Kirchen gerade ein ordentliches Erdbeben gespürt. Wisst ihr schon was? Gruss"

Zwei Erdstöße zu spüren

Laut Erdbebendienst Südwest wurde um 17:58 Uhr ein erster Stoß in der Region Lörrach registriert, der 4,6 auf der Richterskala erreichte. Rund zehn Minuten später erfolgte ein zweiter Stoß, diesmal mit 2,5. Die Stöße waren auch in weiten Teilen Südbadens deutlich wahrzunehmen - zum Teil auch im Raum Tübingen. Insgesamt soll der Radius laut Erdbebenzentrale 120 Kilometer betragen haben.

"Man denkt das übliche: ein Lkw fährt ins Gebäude rein. Ich hab schon angefangen meine Sachen zusammenzusuchen, um rauszurennen."

Ursprung in der Nähe von Mülhausen

Der Schweizer Erdbebendienst meldete Erschütterungen von 4,7 beziehungsweise 2,8 und lokalisierte das Erdbeben in Sierentz in der Nähe von Mülhausen (Mulhouse). Die Stadt im Elsass liegt rund 60 Kilometer südwestlich von Freiburg.

Der Ursprung der Erschütterungen sei in acht Kilometern Tiefe verortet worden. Unmittelbar vor der stärksten Erschütterung habe es mehrere kleinere Beben gegeben, so die Wissenschaftler aus der Schweiz. Das Erdbeben war auch in der Schweizer Hauptstadt Bern zu spüren.

In einer katholischen Kirche in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) wurden Besucherinnen und Besucher kurz vor Beginn des Gottesdienstes von dem Beben überrascht. Wie Augenzeugen dem SWR schilderten, schien es, als wackle die Kirche.

Kirche Weil am Rhein (Foto: SWR)
In der katholischen Kirche St. Peter und Paul Weil an Rhein bebte es mitten im Gottesdienst.

"Gotteslob und Tasche in die Hand genommen - beim nächsten Stoß wäre ich rausgelaufen."

Zuletzt bebte es in Liechtenstein

Erst vor einer Woche hatte ein Erdbeben in Liechtenstein für Aufsehen gesorgt - mit einem Ausschlag von 4,1. Die Erdstöße waren in Bodenseenähe zu spüren. Es gab weder Verletzte noch Sachschäden. Während des Bebens debattierte der Landtag des kleinen Landes - ausgerechnet über eine Erdbebenversicherung.

Stärkstes Erdbeben in BW seit 2004

Dass die Erde in der Region bebt, kommt häufiger vor, allerdings bleiben die Ausschläge in der Regel auf der Richterskala unter dem Wert von 2,0. Laut Erdbebendienst soll es sich beim Erdbeben am Samstag um das deutschlandweit stärkste seit 2004 gehandelt haben. Damals riss eine Erschütterung bei Waldkirch (Kreis Emmendingen) mit einer Stärke von 5,4 die Menschen in der Nacht aus dem Schlaf. Kleinere Erschütterungen waren damals bis in die Landeshauptstadt Stuttgart zu spüren.

Beim Erdbeben auf der Schwäbischen Alb 1978 wurde sogar eine Stärke von 5,7 erreicht. Tausende Gebäude wurden damals beschädigt, unter anderem auch die Burg Hohenzollern im Zollernalbkreis.

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