29-Jähriger wegen versuchten Mordes in Eichstetten angeklagt - Urteil am Freiburger Landgericht erwartet (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Prozess wegen versuchten Mordes in Eichstetten

Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Freiheitsstrafe

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Der 29-jährige Angeklagte soll aus Geldnot zwei Einbrüche begangen und dabei drei Menschen verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Gefängnis.

Der 29-Jährige ist angeklagt, weil er in Eichstetten am Kaiserstuhl (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) bei Einbrüchen drei Menschen teilweise schwer verletzt haben soll. Bereits zu Beginn des Prozesses am Montag gestand er seine Taten und entschuldigte sich. Am Freitag, am zweiten Prozesstag, hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer vorgetragen.

Neun Jahre Freiheitsstrafe?

Der Staatsanwalt fordert wegen versuchten Mordes, Körperverletzung und versuchten Einbruchsdiebstahls eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren. Außerdem hat er dem Gericht empfohlen, den mehrfach vorbestraften Mann in einer sozialtherapeutischen Anstalt unterzubringen. Der 29-jährige Angeklagte verfolgte das Plädoyer mit gesenktem Blick und gefalteten Händen. Sein Verteidiger mahnte, sein Mandant sei psychisch nicht gesund und überließ dem Gericht das Strafmaß. Das Urteil soll in einer Woche gesprochen werden.

Nur des Geldes wegen

Seine Taten habe der gebürtige Bötzinger nur begangen, um an Geld zu kommen, so seine Aussage vor Gericht. Er wollte damit seine Drogensucht finanzieren. Seit er 13 Jahre alt ist, sei er abhängig - vor allem von Marihuana. Kurz vor seinen Taten habe der Angeklagte seinen Job und seine Wohnung verloren.

Zwei Einbrüche mit Folgen

Ende März soll der 29-Jährige seine beiden Taten begangen haben. Laut Anklageschrift brach er zuerst in die Wohnung eines Bekannten ein. Mit einer Axt habe er sich Eintritt verschafft. Der Angeklagte soll seinen Bekannten anschließend um Geld gebeten haben - erfolglos, es soll zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.

Einen Tag später habe der Mann laut Anklage wieder versucht in eine Wohnung in Eichstetten einzubrechen. Dieses Mal habe er den Autoschlüssel eines hochwertigen Sportwagens klauen wollen. Doch bevor er in die Wohnung eindringen konnte, sei er erwischt worden - vom Ehepaar, das direkt über dieser Wohnung lebt. Der 29-Jährige sei daraufhin mit einem Messer auf die beiden losgegangen. Der Ehemann musste in einem Krankenhaus notoperiert werden.

Das Urteil soll am kommenden Freitag (26.8.) verkündet werden.

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