E-Bock  (Foto: SWR)

Existenzgründerpreis für zwei Schwarzwälder

Start-Up entwickelt Elektromotor für lautlosen Motorsport im Schwarzwald

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AUTOR/IN
Petra Jehle

Zwei Jungunternehmer aus dem Schwarzwald wollen Motocross-Sport umweltfreundlich und lärmfrei betreiben. Sie haben ein Elektro-Motorrad entwickelt und beliefern Kunden in ganz Europa.

Florian Bockstaller und Romano Pohl sind begeisterte Motorcross-Fahrer und leben in Ühlingen-Birkendorf (Landkreis Waldshut) im Südschwarzwald. Weil sie ihre Heimat schützen und ihr nicht schaden wollen, haben sie eine umweltfreundliche und fast lautlose Variante einer Motocross-Maschine entwickelt.

Florian Bockstaller und Romano Pohl (Foto: privates Bild)
Florian Bockstaller und Romano Pohl privates Bild

Die beiden kennen sich seit der Grundschule. Ihre ersten Motorräder haben sie aus Teilen aus der Alteisensammlung zusammengebaut. Ihre Firma haben sie 2017 gegründet. Wo Florian Bockstallers Oma früher Puten geschlachtet hat, werden jetzt moderne Elektromotoren gebaut.

"Wir mussten immer weiter fahren, um dem Sport nachzugehen und Trainingsgelände zu finden. So haben wir gesagt, der Sport ist so cool, der darf nicht aussterben."

Zuerst ging es ihnen darum, dass sie in ihrer Umgebung im Südschwarzwald kaum noch Trainingsstrecken für ihren Sport fanden. Deshalb wollten sie ein Motorrad bauen, dass keinen Lärm macht und keine Abgase hat. Herausgekommen ist der E-Bock. Die Maschine verkaufen sie an Kunden aus Europa und der ganze Welt. 70 Stück pro Jahr fertigen sie an. Derzeit bauen sie eine neue Produktionshalle im Nachbarort und wollen dann die Stückzahl auf 300 erhöhen.

E-Bock  (Foto: SWR)
E-Bock ist eine Motocross-Maschine mit Elektromotor - entwickelt von einem Startup aus dem Schwarzwald.

"Man kann ohne Schalten vorwärts kommen und hört mehr an seine Grenzen gehen. Deshalb sind wir konkurrenzfähig auch mit geringerer Leistung."

Ein zweites Standbein der beiden ist die Elektrifizierung von Maschinen. Rasenmähern, Buggys oder Golfcars beispielsweise. Sie stellen dabei alles selbst her: den Akku, die Steuerung, den Motor und bei den Motorrädern auch den Rahmen. Am schwersten sei der Start für sie gewesen, sagen die beiden Unternehmer. Sie haben ihre Jobs als Maschinenbauingenieur und Industriemechaniker aufgegeben. Das hat sich gelohnt, denn ihr Betrieb läuft. Sie haben einen Existenzgründerpreis bekommen und noch große Ziele: Sie wollen für ihre E-Motorrad eine Strassenzulassung bekommen und auch Varianten für andere Zwecke bauen.

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