Menschen sitzen im Regionalzug von Offenburg nach Straßburg. Der Zuf fährt unteranderem über die Rheinbrücke in Kehl.

Dreiland Aktuell

Im Selbsttest ausprobiert: So klappt die Fahrt mit dem Deutschlandticket nach Frankreich

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Louise Schöneshöfer
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Paula Zeiler
Bild von Autorin Paula Zeiler aus der SWR Aktuell Redaktion in Freiburg

Mit dem Zug bis nach Paris, Straßburg oder Nancy? Das können junge Menschen mit ihrem Deutschlandticket noch bis Ende August. Wie das funktioniert, hat Louise Schöneshöfer getestet.

Seit Juli können junge Menschen unter 28 Jahren mit dem Deutschlandticket kostenlos bis nach Paris fahren. Gültig ist das Angebot noch bis Ende August - für all' diejenigen, die im Saarland, in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz leben. Sie dürfen mit ihrem Ticket ohne Aufpreis die sogenannten TER-Züge (Train Express Régional) in der gesamten Region Grand Est und sogar bis in die Hauptstadt nutzen, außerdem die Busse im sogenannten Fluo-Netz. SWR-Reporterin Louise Schöneshöfer hat das Angebot ausprobiert und sich auf dem Weg nach Frankreich gemacht.

Von Offenburg nach Straßburg - kostenlos mit dem Deutschlandticket

SWR-Reporterin Louise Schöneshöfer will mit dem Deutschlandticket nach Straßburg. Ihre Reise startet am Bahnhof in Offenburg mit einem Regionalzug. Denn nach Frankreich geht es nicht mit dem schnellen TGV, sondern nur mit regionalen Zügen. Damit sie nachweisen kann, dass sie in Baden-Württemberg lebt, hat sie ihren Ausweis dabei. Und auch den QR-Code mit ihrem Deutschlandticket hält sie in ihrer DB-App bereit.

Im Regionalzug von Offenburg nach Straßburg trifft Louise auf Nicolas. Er wohnt im nahe gelegenen Lahr (Ortenaukreis) und ist begeistert von der Idee des grenzüberschreitenden Tickets. Ursprünglich kommt er aus Ecuador: "Wo ich herkomme, gibt es innerhalb des Landes keine Züge. Von einem in das andere Land zu reisen, ist wirklich toll!"

Menschen sitzen im Regionalzug von Offenburg nach Straßburg. Der Zuf fährt unteranderem über die Rheinbrücke in Kehl.
Im Regionalzug nach Straßburg trifft Louise auf Nicolas. Er findet es toll, dass man so einfach in ein anderes Land reisen kann.

Auch junge Franzosen können das Angebot in Deutschland nutzen

Das Angebot für Menschen unter 28 Jahren soll den Austausch zwischen den Menschen in Deutschland und Frankreich fördern. Deshalb funktioniert es auch umgekehrt: Französinnen und Franzosen aus dem Grand Est können mit ihrem "Pass Jeune" Regionalzüge in den angrenzenden Bundesländern benutzen.

Nach nur 30 Minuten ist Louise am Straßburger Hauptbahnhof angekommen. Dort erzählt ihr der Franzose Erwan Le Cuziat, dass er in diesem Jahr zum ersten Mal in Deutschland war. Er freue sich besonders über die günstigeren Preise: "Es ist gut, sich wieder mehr mit Deutschland zu vernetzen und erschwingliche Tickets zu bekommen", sagt Erwan. Davon ist auch der junge Franzose Erwan Jalot überzeugt. Er kommt aus Mulhouse und sagt: "Das Angebot könnte vielen Menschen, die sich das nicht leisten können, ermöglichen, in Städte zu reisen, die vielleicht näher sind, als man denkt." 

Menschen sitzen im Regionalzug von Offenburg nach Straßburg. Der Zuf fährt unteranderem über die Rheinbrücke in Kehl.

Unterwegs mit dem Deutschlandticket in Frankreich. Nützliche Links:

Louise könnte aber auch noch weiter fahren, denn ihr Deutschlandticket gilt in der gesamten Region Grand Est. Und das für alle Regionalzüge und teilweise auch Busse. Eine Übersicht über das Streckennetz ist online verfügbar.

Mit den TER-Fluo-Zügen dürfte sie von Straßburg sogar bis nach Paris fahren. Die Fahrt dauert aber ein bisschen: Mit Regionalzügen ist man rund sieben Stunden unterwegs und muss einmal umsteigen. Für die Strecken Straßburg-Paris oder Mulhouse-Paris sind allerdings Reservierungen nötig. Die kosten nichts extra und können über die App "SNCF Connect" der französischen Bahn gebucht werden. Auch über deren Internetseite lassen sich alle Fahrpläne und Verbindungen heraussuchen - sogar auf Deutsch. Wie genau die Sitzplatz-Reservierung funktioniert, ist in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung auf der Internetseite des baden-württembergischen Ministeriums für Verkehr erklärt.

In unter zwei Stunden von Straßburg nach Nancy, Metz oder Belfort

Neben Paris lohnt sich zum Beispiel auch eine Fahrt nach Nancy - die Stadt ist nur anderthalb Stunden von Straßburg entfernt. Besonders bekannt ist Nancy für seine eindrückliche Architektur, etwa auf dem Place Stanislas aus dem 18. Jahrhundert. Er gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Neben einem Fluss erstreckt sich die Altstadt von Metz. Darüber hinaus ragt die Kathedrale.
Von Straßburg aus ist man in weniger als zwei Stunden in Metz.

Genauso schnell wie in Nancy ist man in Metz. Die Stadt eignet sich ideal für einen Kurztrip. Sehenswert sind besonders die Kathedrale Saint-Étienne und die historische Altstadt. Seit dem 16. Jahrhundert war Metz abwechselnd deutsch und französisch, weshalb es dort noch einen Stadtteil namens "Kaiserviertel" gibt.

Näher als man denkt ist auch Belfort. Die Stadt ist vollständig von einem Befestigungsgürtel umschlossen und nur zwei Umstiege und rund eine Stunde und 40 Minuten von Straßburg entfernt. Neben den vielen schönen Wanderwegen lohnt sich dort vor allem der Besuch der Zitadelle. Übrigens: Auch Neuf-Brisach, vis-à-vis von Breisach am Rhein, ist eine sehenswerte Stadt mit historischer Befestigung, die mit dem Deutschlandticket erreichbar ist.

Straßburg

Von Juli bis August Für Reisende unter 28 Jahren: Mit dem Deutschlandticket kostenlos nach Paris

Junge Menschen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland fahren mit ihrem Deutschlandticket im Sommer bis nach Paris. Die Länder haben dafür einen Deal gemacht.

Dieser Beitrag lief am 6. Juli in der Sendung Dreiland Aktuell. Weitere Themen:

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