Queer-Kampagne von Beschäfigten der katholischen Kirche (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/EyeOpeningMedia/rbb | EyeOpeningMedia)

Konsequenzen im kirchlichen Arbeitsrecht?

Freiburger Diözesanrat unterstützt Initiative #OutInChurch

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Der Diözesanrat in Freiburg hat sich für die Unterstützung der Initiative #OutInChurch ausgesprochen. Queere Kirchenmitarbeitende sollen sich künftig nicht mehr verstecken müssen.

Mit großer Mehrheit haben die Delegierten der Erzdiözese Freiburg am Wochenende bei der Diözesan-Vollversammlung der Initiative #OutInChurch ihre Rückendeckung gegeben. Dies müsse nun Konsequenzen im kirchlichen Arbeitsrecht haben, damit queere Menschen nicht mehr um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, so die Vorsitzende des Diözesanrats Martina Kastner. Gefordert wird, dass Menschen, die bei der Erzdiözese Freiburg angestellt sind, nicht mehr wegen ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden dürfen.

Outing in ARD-Dokumentation

Bislang mussten Kirchenmitarbeitende ihre Homo- oder Transsexualität verstecken, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Rund 100 Angestellte der katholischen Kirche haben sich Anfang des Jahres in einer ARD-Dokumentation als "queer" geoutet und ihre Not öffentlich gemacht.

ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf":

Erste Woche der Inklusion bei Erzdiözese Freiburg

Bei der Versammlung am Wochenende wurde zudem die erste Woche der Inklusion in der Erzdiözese Freiburg angekündigt. Sie soll vom 1. bis zum 8. Mai 2022 stattfinden. Geplant seien verschiedene Veranstaltungen, Aktionen und Angebote.

"Die Woche für die Inklusion ist wichtig, weil Inklusion keine Worthülse sein darf, sondern gelebt werden muss."

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen dazu gehören und alle mitmachen dürfen - unabhängig von Geschlecht, Sprache, Aussehen oder körperlicher und geistiger Beeinträchtigung.

Klimaneutralität bis 2030

Vorgestellt wurde auch das Klimaschutzkonzept. Das Dokument dient als Fahrplan, mit dem die Erzdiözese ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2030 erreichen möchte. Darin enthalten sind unter anderem konkrete Maßnahmen und ein Zeitplan. Das Schutzkonzept gilt für die Kirchengemeinden und die unselbstständigen Einrichtungen der Erzdiözese. Die Deligierten diskutierten bei der Versammlung, welche Maßnahmen dafür notwendig sind.

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SWR