Bei Sonnenschein und milden Temperaturen sind die Springerinnen und Springer in der Keramikspur angelaufen und auf bewässerten Kunststoffmatten gelandet. (Foto: SWR, Dinah Steinbrink)

Skisprung-Elite testet Rothausschanze

Gute Stimmung bei Deutschen Skisprung-Meisterschaften in Hinterzarten

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Dinah Steinbrink

Die Rothausschanze in Hinterzarten war zuletzt als "Pannenschanze" bekannt. Nun haben dort die deutschen Skisprung-Meisterschaften stattgefunden. Nicht alle Probleme sind gelöst.

Milde 17 Grad, ein begeistertes Publikum und Stars wie Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe: Die Stimmung bei den Deutschen Meisterschaften im Skispringen im Adlerstadion in Hinterzarten (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) war gut, denn nach rund drei Jahren konnte hier wieder gesprungen werden.

Die 100 Meter hohe Schanze war zuletzt auch als "Pannenschanze" bekannt geworden. Beim Umbau der Schanze hatte es erhebliche Probleme gegeben. Der Schanzentisch und der neu gebaute Anlaufturm hatten nicht zusammengepasst, es musste wieder umgebaut werden, es gab Verzögerungen und zusätzliche Kosten von mehr als einer Million Euro. Und erst kürzlich tauchte ein weiteres Problem auf: ein Wasserschaden an der Schanze.

Probleme rücken am Wochenende in den Hintergrund

Diese Sorgen und Probleme rückten am Wochenende in den Hintergrund. Die Freude, dass nach so langer Zeit wieder Betrieb im Adlerstadion herrschte und ein Wettbewerb auf Spitzenniveau ausgetragen wurde, war nach der langen Pause umso größer. "Es fühlt sich super an", sagte Tanja Metzler, Vorsitzende des Skiclubs Hinterzarten.

"Es ist, als sei alles wieder nach dieser lange Pause zum Leben erweckt worden. So viele Zuschauer, so eine super Stimmung. Das ist toll."

Auch bei Hinterzartens Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch (CDU) überwog während des Wettkampfs die Freude: "Wir freuen uns, dass dieser Wettkampf stattfinden kann und dass die Schanze für Sport- und Trainingsbetrieb zur Verfügung steht. Das Wetter ist gut, die Stimmung super. Was will man mehr?"

Gute Stimmung auch im Publikum

Allein am Samstag kamen rund 1500 Menschen, um das Einzelspringen anzuschauen, auch am Sonntag waren mehrere Hundert da, um den Teamwettbewerb zu verfolgen. Besonders die jüngeren Fans waren begeistert dabei und versuchten möglichst viele Autogramme zu ergattern oder Selfies mit Stars wie Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler oder Stephan Leyhe zu machen.

Markus Eisenblichler, der noch seine Skier im Arm hält, unterschreibt auf einem Block, den ihm ein Kind entgegenstreckt. (Foto: SWR, Dinah Steinbrink)
Markus Eisenbichler nimmt sich viel Zeit, um den jüngeren Gästen ihre Autogramm-Wünsche zu erfüllen. Dinah Steinbrink

"Die Schanze ist gut, aber schwierig zu springen"

Bei den warmen Temperaturen liefen die Springerinnen und Springer in einer Keramikspur an und landeten dann auf grünen Kunststoffmatten, die mit Wasser besprenkelt werden. Insgesamt kam die umgebaute Schanze bei den Springerinnen und Springern gut an.

Allerdings betonten viele, die Schanze sei nicht ganz einfach zu springen. Das stellte zum Beispiel Selina Freitag fest. Die Skispringerin, die auch bei den olympischen Spielen in Peking dabei war, hatte am Samstag bei den Damen den ersten Platz geholt.

Selina Freitag hat nach ihrem Sprung noch den Helm auf dem Kopf, hält ihre Skier im Arm und lächelt in die Kamera. (Foto: SWR, Dinah Steinbrink)
Selina Freitag hat bei den Damen den Meistertitel geholt - obwohl auch sie die Schanze nicht ganz einfach findet. Dinah Steinbrink

"Die Schanze verzeiht wenig Fehler. Es ist eine flache Flugkurve, und das ist nicht so einfach, vor allem bei Rückenwind."

Baden-Württembergerinnen holen sich Titel

Im Einzelspringen der Herren holte sich Andreas Wellinger den Meistertitel. Beim Teamspringen am Sonntag siegten die baden-württembergischen Frauen, bei den Männer gewann das Team aus Bayern die Meisterschaft.

Bereits vergangenes Wochenende hatte die Deutsche Meisterschaft in der Nordischen Kombination auf der Großschanze stattgefunden. Hier hatte sich Lokalmatador Fabian Rießle von der Skizunft Breitnau den Titel gesichert. Bei den Frauen hatte Nathalie Armbruster aus Kniebis gewonnen.

Neue Sanierungsarbeiten kommen

Nachdem das Wochenende erfolgreich über die Bühne gegangen ist, dürften wieder die Probleme an der Schanze in den Vordergrund rücken. "Wir müssen uns jetzt um diese Wasserprobleme an der Schanze kümmern", sagte Bürgermeister Tatsch. Aber es werde dauern, bis der genaue Fehler festgestellt ist und ein Sanierungskonzept steht.

Dennoch: Im Februar steht der nächste große Wettbewerb an: Dann ist Hinterzarten Gastgeber für den FIS-Weltcup der Damen. "Das werden wir durchführen. Wir hoffen nicht, dass nochmal was dazwischen kommt", sagte Tatsch.

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Vor zwei Jahren war das. So lange hat es gedauert, diesen Fehler zu beheben. Aber jetzt kann wieder gesprungen werden in Hinterzarten. An diesem Wochenende hat der Schanzenumbau seine Bewährungsprobe bei den Deutschen Meisterschaften.  mehr...

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